MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingeborg und Manfred Hörning
„Lebe die Gegenwart!“
Bankkauffrau i. R.
Dipl.-Ing. für Verfahrenstechnik i. R.
Tempelbergstr. 1
04668 Grimma
Auch im Ruhestand setzen Hörnings alles daran, ein erfülltes Leben zu führen, einem gewissen Tagesrhythmus zu folgen und versuchen, den Alltag etwas ruhiger angehen zu lassen. Da die Pflicht ruft, gelingt dies nicht immer. Ein sehr schönes, doch auch sehr großes Anwesen fordert seinen Tribut. Doch bevor man sich der Kür widmen kann, werden die Aufgaben gemeinsam erledigt und dieses harmonische Nebeneinander ist Bestandteil der Schönheit jedes einzelnen Tages.
Ingeborg Hörning wurde am 02.11.1935 in Heideloh geboren und wusste schon früh, dass sie einmal im Büro würde arbeiten wollen. Ausbilden ließ sie sich in der Farbenfabrik Wolfen, erhielt zusätzlich ihren Abschluss als Sekretärin und arbeitete als solche im Büro des Werkdirektors. Durch Umzug von Wolfen nach Grimma arbeitete sie dann in der Staatsbank Grimma und unterzog sich einer weiteren Ausbildung zur Bankkauffrau. Sie arbeitete bis zum Ende des Berufslebens bei der Deutschen Bank Leipzig.
Manfred Hörning erblickte das Licht der Welt am 14.02.1935 in Berlin-Charlottenburg und erlebte die Härte der Kriegsjahre. Bedingt durch die ständige Zunahme der Bombardierung Berlins wurden Arbeitsplätze der AGFA Berlin-Treptow, in der seine Mutter als Kontoristin arbeitete, nach Tambach-Dietharz / Thüringen in die werkseigenen Kinderheime ausgelagert. Hier besuchte er die Einklassenschule des Ortes und erlebte auch das Ende des 2. Weltkrieges. Mit Umzug nach Wolfen besserte sich die Lage, er lernte neue Freunde kennen und beendete 1952 die Oberschule. Da sein Vater Angestellter war, wurde er zum Studium nicht zugelassen. Seine Lehre zum Betriebsschlosser absolvierte er an der Farbenfabrik, bekam endlich seine große Chance, nahm ein Studium auf und beendete es als Ingenieur für chemischen Apparatebau. Ein Stipendium erhielt er nicht, doch die Eltern unterstützten ihren Sohn und ebneten ihm somit die Wege.
Fortan im Konstruktionsbüro der Farbenfabrik beschäftigt, nahm er ein Fernstudium auf und erhielt als Ingenieur für Verfahrenstechnik sein Diplom. Er wechselte zum Industrie- und Kraftwerksrohrleitungsbau Bitterfeld (IKR) und avancierte zum Leiter der Geräte- und Maschinenkontrolle.
1969 zog das Paar, das 1961 geheiratet hatte, mit Sohn Torsten nach Grimma. Dort wurde ein Haus umgebaut und Manfred Hörning öffnete sich der noch sehr jungen elektronischen Datenverarbeitung. Bis 1985 beim Chemieanlagenbau tätig, arbeitete er anschließend bis 1991 an der Papierfabrik Trebsen im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Wendezeit begleiteten Umschulungen und bis zum Vorruhestand fungierte er über zwei Jahre als Mitarbeiter einer Versicherung.
Sohn Torsten lebt mit Frau und zwei Töchtern in Niedersachsen, arbeitet als Dipl.-Ingenieur und Ingeborg und Manfred Hörning sind stolz auf ihre Familie.
Reisen, Lesen, Autofahren und regelmäßige Spaziergänge stehen auf ihrer Agenda, der Freundeskreis wird gepflegt und ihr Leitsatz mit Leben gefüllt. Albert Einstein betonte: „Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.“ Hörnings fassen es kürzer: „Lebe die Gegenwart!“