MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Joachim Illgen

Ein Überlebenskünstler mit drei Berufen

Joachim Illgen

Schlachthofstr. 60
08468 Reichenbach
Fon: 03765 / 12182

Joachim Illgen hat sein Leben stets in vollen Zügen genossen und ist bei Bedarf auch einmal „ins kalte Wasser gesprungen“. Er kommt am 29. Dezember 1948 in Reichenbach zur Welt, der Bruder geht kurz vor dem Mauerbau 1961 in den Westen und verstirbt 30 Jahre später im Alter von 51 Jahren. Die Mutter ist Weißnäherin, der Vater Schlossermeister. Als der Vater nach dem Mauerbau nicht zur Beerdigung seiner Mutter in den Westen reisen darf, träumt Joachim Illgen kurzzeitig davon, Pilot zu werden, um bei Bedarf sein Schicksal so in die eigene Hand nehmen zu können. Nach dem Abschluss der zehnten Klase erlernt Joachim Illgen in Chemnitz in zweieinhalb Jahren den Beruf eines Elektrikers. Nach der Lehre wechselt er sofort auf den Bau, weil es hier mehr Geld zu verdienen gibt. Seine nächste Station ist der Kraftverkehr, wo er bis 1982 als Busfahrer arbeitet. Bis 1987 verdient er als Kellner bei der Mitropa seinen Lebensunterhalt und bringt dann bis 1993 seine diesbezüglichen beruflichen Erfahrungen in der Gaststätte „Adler“ ein. Für jeden seiner Berufe legt Joachim Illgen die Facharbeiterprüfung ab, so dass er nun auf drei Berufsabschlüsse verweisen kann. Im Jahr 1993 wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit und führt bis 2002 eine eigene Gaststätte. Anschließend kehrt er in seinen Beruf als Elektriker zurück, arbeitet zeitweilig bei einer Zeitarbeitsfirma und ist schließlich von 2003 bis 2016 bei der Firma Kummer in Reichenbach angestellt. Seit kurzem genießt er das Rentnerleben. Joachim Illgen lebt sehr gern in seiner Heimatstadt Reichenbach. Er ist alleinstehend und hat aus früheren Beziehungen zwei Kinder. Die 1967 geborene Tochter Nancy sorgt in einem Pflegeheim in Plauen in der Küche für das leibliche Wohl der Bewohner, der Kontakt zu ihr ist sehr gut. Ihre Schwester Sandy wird 1980 geboren, leider ist der Kontakt zu ihr völlig abgebrochen. Joachim Illgen schätzt schon aus persönlicher Erfahrung ehrliche und treue Menschen. Er liebt die Popmusik der sechziger Jahre, aber auch die Meister der Klassik und spielt selbst Gitarre. Bis 2015 hat er mit dem „Musikduo Achim und Christian“ Musik gemacht. Regelmäßig trifft er sich mit drei bis vier Kumpels. Er ärgert sich über die tägliche Kriminalität vor allem gegenüber alten und hilflosen Menschen. Im Jahr 1990 gehört Joachim Illgen zu den Mitbegründern der SPD in Reichenbach, stellt bald fest, dass ihm die Politik nicht liegt und tritt vier Jahre später wieder aus. Joachim Illgen hat früher gern Fußball gespielt und Briefmarken gesammelt, heute ist er ein begeisterter Rätselfreund. Nach der Wende ist er viel gereist und denkt besonders gern an die Reise auf die Insel Teneriffa zurück.
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