MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Elke und Ernst Dieter Hönig

Sich mit offenem Augen den Veränderungen im Leben stellen

Elke und Ernst Dieter Hönig

Lessingstr. 8
04552 Borna
Fon: 03433 / 900146

Elke und Ernst Dieter Hönig arbeiten zunächst über Jahre dienstlich miteinander zusammen, bevor sie sich auch persönlich näher kommen und 2004 heirate. Sie dienen als Volkspolizisten der DDR, verlieren jedoch nie den Blick für deren Defizite aus den Augen. Der Oktober 1989 ist für sie eine Zeit großer Sorge und wie die meisten ihrer Kollegen sind sie froh, als alles ohne Gewalt und Blutvergießen endet. Später müssen sie erleben, wie einst besonders linientreue Genossen ohne Probleme jetzt zu besonders eifrigen Anhängern der CDU mutieren. „Ab heute sind wir Herren und keine Genossen mehr“, verkünden eines Tages die Vorgesetzten auf dem Revier ihren erstaunten einstigen „Volkspolizisten“. Die 1961 geborene Elke Hönig muss in ihrer Kindheit, bedingt durch die Arbeit ihres Vaters, oft umziehen. Trotzdem bezeichnet sie diese Jahre mit als die schönsten ihres Lebens. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse beginnt sie 1977 eine zweijährige Ausbildung zur Textilfacharbeiterin, tritt mit 18 Jahren in die SED ein und lässt sich 1981 während des Besuchs der Parteischule von der Volkspolizei anwerben. Elke Hönig arbeitet bis 1990 beim Betriebsschutz in einem Betrieb in Böhlen, der Flugbenzin herstellt und erinnert sich bis heute an ein gutes Verhältnis zu den Beschäftigten. Der 1942 geborene Dieter Hönig erlebt als Kind, wie eine Bombe das Grundstück der Eltern verwüstet und der Vater sich 1945 gegen die Einquartierungen wehrt. Die Schule ist nicht unbedingt sein Fall, er bevorzugt vor Erledigung anstehender Hausaufgaben lieber den Aufenthalt im Freien. Nach der Schule wird er Industrieschmied, er sucht das Abenteuer und geht im Oktober 1960 zur Grenzpolizei. Auch er folgt den Werbungen der Polizei, arbeitet von 1967–1983 als Abschnittsbevollmächtigter (ABV) in Borna und bis 1989 als Chef der Schutzpolizei im Kreis. Der Mann hat bereits in erster Ehe mit seiner damaligen Frau vier Kinder großgezogen. Ab 1990 übernimmt Dieter Hönig als Oberkommissar den Streifendienst, später ein Revier, ist ab 2000 kriminalpolizeilicher Berater und geht am 1. Januar 2003 in die Rente. Auch Elke Hönig wird ab 01.01.1991 in den regulären Dienst des Landes Sachsen übernommen. Sie ist ab 1996 „Bürgerpolizistin“, was dem früheren ABV entspricht, kommt viel mit den Menschen ins Gespräch. Später muss sie sich vorrangig mit Ordnungswidrigkeiten beschäftigen, übernimmt ab 2004 verschiedene Führungsfunktionen, die sie an die Grenze ihres Leistungsvermögens führen. Sie erkrankt an Depressionen, ist zwei Jahre krank geschrieben und wird von ihrem Dienstherren schließlich gegen ihren Willen in den zeitweiligen Ruhestand versetzt. Sie wehrt sich dagegen, wie ihr Mann ist sie trotz allem immer gern Polizistin gewesen.
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