MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Ilgenhof

Der „Prager Frühling“ und die Folgen

Manfred Ilgenhof

Schuhmacher
Waldschlösschen 4

06577 Heldrungen

Fon: 034673 / 90407

Manfred Ilgenhof, Geburtsjahr 1947, kann bereits heute auf ein bewegtes und nicht ganz leichtes Leben zurückblicken. Nachdem er die Schule 1962 erfolgreich abgeschlossen hatte, nahm er eine Schuhmacher-Lehre auf, die er 1965 beendete. Drei Jahre arbeitete der junge Mann im erlernten Beruf, dann kam der „Prager Frühling“. Manfred Ilgenhof war mit den Vorgängen in der ehemaligen Tschechoslowakei nicht einverstanden und ging friedlich demonstrieren. Die Ordnungshüter der damaligen DDR warfen dem Bürger Ilgenhof konterrevolutionäre Tätigkeiten gegen die Regierung vor. In einem Eilverfahren wurde Manfred Ilgenhof abgestraft und landete für drei Jahre und neun Monate in einem Gefängnis der Staatssicherheit der DDR. Dadurch ging auch seine erste Ehe zu Bruch. Bis heute ist der robuste Mann psychisch angeschlagen. Nach der politischen Wende in Deutschland wurde Manfred Ilgenhof von der Bundesrepublik Deutschland rehabilitiert, entschädigt und erhält eine Opferrente. Indes, die Erlebnisse der Haftzeit bleiben unvergessen. Nach der Haftentlassung arbeitete er wieder in seinem Beruf, allerdings in einem Industriebetrieb. 1984 machte sich der Autofan als Schuhmacher selbständig. 16 Jahre führte er sein eigenes Geschäft, dann musste er auf Grund der sinkenden Auftragslage – das private Schuhmacherhandwerk ist ein aussterbendes Gewerbe – sein Unternehmen schließen. Zwischen 2000 und 2004 arbeitete Manfred Ilgenhof bei einer Spedition in Paderborn als Kraftfahrer. Zurück gekehrt nach Heldrungen war er bis zu seiner Rente in einem orthopädischen Betrieb als Schuhmacher angestellt. Seine große Leidenschaft ist das Funken. Dieses Hobby teilt sich Manfred Ilgenhof mit seiner Frau Christel. Mehrmals im Jahr übernehmen die Mitglieder des Funkclubs die funktechnische Absicherung z. B. bei der Oldtimer-Rallye oder dem Kyffhäuser- Berglauf. Auch bei allen Festen in der Region sind die beiden aktiv. Durch die jährlichen Funktreffen haben die Ilgenhofs viele Funkfreunde aus Europa. Oftmals finden die Treffen in Bad Frankenhausen auf dem Ratsfeld (Kyffhäuser) statt. Da kann es dann passieren, dass ein Funkfreund zum „Ritter von Ratsfeld“ geschlagen wird. Die Ilgenhofs, die vier gemeinsame Kinder haben, unternehmen viel mit ihren Grundstücksnachbarn. So wird regelmäßig Skat gespielt. Als einmal ein dritter Mann fehlte, wurde seine Frau angelernt. Heute kann sie sich ein Leben ohne Skat gar nicht mehr vorstellen. Manfred Ilgenhof möchte bis ins hohe Alter gesund bleiben und mit seiner Christel glücklich leben.
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