MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. Herbert Hörz
Alle Chancen nutzen, um human zu leben
Philosoph
Hirtschulzstraße 13 12621 Berlin-Kaulsdorf Tel.: 030 / 564 56 22
Der gebürtige Stuttgarter, Professor Dr. Herbert Hörz, träumte einst davon Förster oder Lehrer zu werden, doch dann zog ihn die Philosophie mit ihrem Anspruch, Neugier zu wecken, Fragen zu stellen und Antworten auf grundlegenden Probleme unseres Seins zu finden, in den Bann. Er nahm 1952 ein Studium an der Universität Jena auf und folgte ein Jahr später seinem Lehrer Georg Klaus als Hilfsassistent nach Berlin. Die Studienzeit, die er vorrangig mit Absolventen der Arbeiter- und Bauern-Fakultät verbrachte, hat Herbert Hörz in sehr schöner Erinnerung. Er erlebte einen sehr interessanten und produktiven Lehr- und Forschungsbetrieb und lernte dabei auch Wolfgang Harich kennen. Sein Studium schloss er im Jahr 1956 ein Jahr vorfristig mit Auszeichnung ab, arbeitete anschließend drei Jahre als wissenschaftlicher Assistent und hielt in dieser Zeit bereits Vorlesungen und Seminare. Im Jahr 1960 verteidigte Herbert Hörz erfolgreich seine Dissertation zu philosophischen Aspekten der Arbeit von Werner Heisenberg. Zwei Jahre später folgte die Habilitation zum Thema „Philosophie und Quantenmechanik“.
„Die Zukunft ist immer offen“ umschreibt der Philosoph seine Funktion in der Wissenschaft der DDR als Situationsanalytiker und Hoffnungsspender. Stets ging es ihm darum, auch die Nachteile der zweifellos vorhandenen Vorzüge im gesellschaftlichen System der DDR aufzudecken, wobei Humankriterien für ihn oberste Priorität genossen. Dazu gehörten für ihn die Befriedigung materieller und kultureller Bedürfnisse, um jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, seine Talente zu entfalten, genauso, wie die Integration von behinderten und sozial schwachen Menschen.
Herbert Hörz gehört zu den wenigen DDR-Gesellschafts-wissenschaftlern, denen es nach 1990 vergönnt war, in ihrem Beruf weiter zu arbeiten. Bis 1995 war er an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften tätig. Als letzter Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften der DDR in den Jahren 1989 und 1990 engagierte er sich maßgeblich mit für die Gründung der Leibniz-Societät und konnte so die Gelehrtengesellschaft der ehemaligen Akademie in einen neuen Rahmen überführen. Indessen ist er Ehrenpräsident der Leibnitz-Societät der Wissenschaften.
Bis heute beschäftigt sich Herbert Hörz leidenschaftlich mit Problemen die Philosophie und Naturwissenschaften gleichermaßen tangieren. Für ihn gibt es keine Trennung zwischen Beruf und Hobby. Seit 56 Jahren ist er mit der Ethikerin Frau Professor Helga E. Hörz verheiratet und genießt gern Diskussionen mit ihr, seinen Kindern und Enkeln zu aktuellen Fragen.