MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Armin Hänsel

„Nur die Sache ist verloren, die man selbst aufgibt.“ (Gotthold Ephraim Lessing)

Armin Hänsel

Handelskaufmann, Meister der Landwirtschaft
„Schlüsselwächter“ mit Schlüssel der Zöbigker Kirche
(abgebrannt 1942)
Zollwitzer Str. 6
04680 Colditz OT Kaltenborn
Fon: 034381 / 53089

Armin Hänsel erblickte am 10.12.1926 in Gautzsch (heute Markleeberg) das Licht der Welt. Die Mutter stammte von einem großen Landgut, der Vater war gelernter Zimmermann. Beide eröffneten später einen „Tante Emma-Laden“, in dem vor allem Lebensmittel und das wöchentlich geschlachtete Schwein verkauft wurden. Nebenher wurde ein Holzhandel betrieben. Die Aufgaben waren somit vielfältig und alle, auch die Kinder Armin und seine Schwester sowie die Großmutter, mussten mit anpacken. Der Vater erwarb auf der Holzauktion das Holz, die Familie bündelte das Kleinholz mit Hilfe von Draht und einer Bratheringsdose zu Anbrennbündeln und bereitete Holz zu Brenn-Scheiten auf. Im eigenen Laden verkauft, wurden pro Bündel 13 bzw. 50 Pfennig eingenommen. Zehn Jahre besuchte Armin Hänsel die Schule, verließ sie 1941. Lieber hätte er noch das Abitur gemacht, doch der Vater war im Krieg und die Mutter drang darauf, dass er den Laden übernahm. Entsprechend durchlief er eine Kaufmannslehre in einem großen Speditionsbetrieb, wurde kaufmännischer Angestellter. Erst 17 ½ Jahre alt und gerade mit der Lehre fertig, wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Das Ende des Krieges erlebte er in Norwegen, geriet in Gefangenschaft und kehrte 1946 nach Hause zurück. Zerstörung und Hunger fand er hier vor. Er ging zu seinem Onkel aufs Gut, arbeitete bei ihm fünf Jahre in der Landwirtschaft. In dieser Zeit lernte er seine Frau Hildburg kennen (Landschaftsgärtnerin, begnadete Hobby-Malerin) heiratete sie 1951. Gemeinsam beschlossen sie sich selbstständig zu machen, erwarben eine kleine Wirtschaft und fingen als Bauern an. Durch die Erschließung der Region als Kohleabbaugebiet, mussten sie sich noch einmal verändern, kauften 1956 einen neuen Hof in Kaltenborn und betrieben nun diesen bis die Kollektivierung in der Landwirtschaft auch dem ein Ende setzte. Mut und Zuversicht, ließen das Ehepaar schwere Jahre überstehen. 1960 der LPG Typ I und 1971 der LPG Typ III beitretend, arbeiteten sie dort weiter – beide nach Abschluss der Meisterschule Rochlitz als Meister der Landwirtschaft. 1991 trat Armin Hänsel in den Ruhestand. Ehefrau Hildburg war da nicht mehr an seiner Seite. Erlebtes und schwere Arbeit hatten sie gesundheitlich sehr beeinträchtigt und 1988 schließlich zu ihrem Tod geführt. Geblieben sind Armin Hensel Erinnerungen, die gemeinsamen Kinder und Enkel: Adelheid (geb. 1952, Bankkauffrau), Wilhelm (geb. 1954, Landwirt) und der indessen verstorbene Walter (geb. 1961, Binnenfischer). Armin Hänsel findet es wichtig nach vorne zu schauen und etwas zu leisten. „Faulenzer kann ich nicht leiden,“ sagt der betagte Mann schlicht, der sich noch immer selbst versorgt und ansonsten über die Unterstützung der Familie, insbesondere von der Tochter (macht ihm die große Wäsche) und der Schwiegertochter (Versorgung des Viehzeugs) freut. Sein Glaube an Gott bestärkt ihn im täglichen Leben. 39 Jahre arbeitete er im Kirchenvorstand mit, war danach noch 10 Jahre beratendes Mitglied. Dass der Hof durch Schwiegertochter und Enkelsohn weitergeführt werden, lässt ihn stolz zurückblicken auf die Anfänge über die er berichtet: „Wir haben mit nichts begonnen, mussten uns alles leihen. Der Bäcker sagte ‚ich gebe dir Brot und wenn du geerntet hast, bringst du mir dafür Roggen‘. Wir waren nie untätig, haben immer sparsam gewirtschaftet und nach vorne geschaut. Nur so konnten wir schaffen, was wir geschaffen haben.“
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