MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmut Häßner
Sein Leben gehörte der Landwirtschaft
Landwirt
07570 Harth-Pöllnitz
Er ist ein waschechter Thüringer und stammt aus dem Landkreis Greiz. In Wetzdorf ist er 1928 zur Welt gekommen und hier ist er geblieben. Helmut Häßner aus der Gemeinde Harth-Pöllnitz, Ortsteil Wetzdorf, war stets in der Landwirtschaft zu Hause. Verheiratet seit 1958 mit Lieselotte (2012 gestorben, früher im Porzellanwerk in Triptis beschäftigt gewesen, gelernte Kindergärtnerin), hat er zwei Söhne, vier Enkelkinder und einen Urenkel. Sohn Dietmar, geboren 1960, ist Lkw-Fahrer und Matthias, 1965 zur Welt gekommen, arbeitet als Dreher. Helmut Häßner hat bereits als Kind in der Landwirtschaft mit zufasssen müssen. Sein Vater war zunächst Gutsverwalter in Wetzdorf, kaufte dann 1930 selbst einen Bauernhof, auf dem er seinen Sohn nach dessen Abschluss der 8. Klasse (Schule von 1935–1943) selbst ausbildete. Im September 1944 machte der Junge bereits seine Prüfung zum Landwirt und wurde mit 16 Jahren für den Krieg nach Siegen in Westfalen eingezogen. Vorher war er vier Wochen im Ohrdrufer Wehrertüchtigungslager in Thüringen und musste drei Monate zum Arbeitsdienst. Als er 17 Jahre alt wurde, befand sich Helmut Häßner in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Silvester 1945 wurde er entlassen. Über Belgien, Frankreich und schließlich Deutschland kehrte er nach Hause zurück, er erinnert sich an Stationen wie Marburg und Eisenach, bevor er nach Erfurt kam. Helmut Häßner bezeichnet es heute als „großes Glück, den Krieg überlebt zu haben“, auch wenn er Schlimmes erlebt hat, als junger Soldat in Erdbunkern übernachtete, um sich vor dem Bombenhagel zu schützen. Mit seiner Mutter und der viel jüngeren Schwester bewirtschaftete Helmut Häßner die elterliche Landwirtschaft mit einer Größe von insgesamt sieben Hektar. Erst im Frühjahr 1946 erfuhr seine Familie, dass der Vater im Krieg gefallen war. Die Landwirtschaft gehörte bis zum Eintritt in die LPG im Jahr 1960 einer Erbengemeinschaft. Danach arbeitete Helmut Häßner 30 Jahre (bis 1990) als Traktorist bei der LPG. Im Alter von 63 Jahren ging er in Rente. Zu Hause hat er dann erst einmal alles, was liegengeblieben war, repariert und in Ordnung gebracht. Dazu gehörte beispielsweise auch, den Gartenzaun wieder instand zu setzen. Der Thüringer mit den geschickten Händen spricht von einem guten Leben, das er bisher gehabt hat. Mit seiner Ehefrau Lieselotte, die er bereits im Jahr 1947 kennengelernt hatte, aber erst elf Jahre später heiratete, hat er auch die goldene Hochzeit erleben dürfen. Dafür ist der inzwischen verwitwete Helmut Häßner sehr dankbar. Er ist stolz auf seine große Familie, auf die Kinder, die beiden Enkeltöchter und die beiden Enkelsöhne sowie auf den vierjährigen Urenkel als jüngsten Spross in der Familie. Er will noch lange gesund bleiben.