MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Edith Höfer
Viel gesehen und vieles erlebt
Lehrerin i. R.
08412 Werdau
„Heiraten ist nicht das Happy End, sondern immer erst ein Anfang.“ (Fellini) Sie wollte niemals heiraten, wagte diesen Anfang später dann doch und lief 1963 mit ihrem Lothar in den Hafen der Ehe ein. Mittlerweile verbinden das Paar 53 gemeinsame Jahre, die gleichen Berufe und Steckenpferde.
Das Licht der Welt erblickte Edith Höfer am 28.01.1935 in Arnstadt. 1941 war ihr Vater gefallen. 1944 heiratete die Mutter einen sehr großen Kinderfreund und sie wie ihre Schwester hätten sich keinen besseren Papa wünschen können. Nach der Schule ließ sie sich zur Mechanikerin ausbilden und genoss eine bereichernde Lehrzeit. Ziel war es, Maschinenbau zu studieren, doch ein Lehrer machte mit Perspektiven der Berufspädagogik vertraut.
Somit beendete sie ihr Lehrerstudium in Gotha, wünschte sich eine Arbeitsstelle am Meer und wurde erhört. Mit nur 19 Jahren stand die junge Pädagogin in Barth zum ersten Mal zitternd vor einem dritten Lehrjahr der Berufsschule.. Die Nervosität legte sich schnell, der Lehreralltag entwickelte sich hervorragend und sie selber lernte Vieles in dieser Zeit.
Heiraten wollte sie ja nie, ein Kind haben schon. Nach Geburt ihrer Tochter Sabine kehrte sie nach Arnstadt zurück und unterrichtete an der Schule, die sie einst selbst besucht hatte.
Eine Tante wohnte in Westberlin, was den Ausschlag gab, der Heimat Adieu zu sagen. Von dort aus in die Lüneburger Heide vermittelt, plagte sie jedoch Heimweh. Zurückgekehrt in ihre Geburtsstadt, war dieser Abstecher von den Staatsoberen der DDR nicht gern gesehen. Sie hatte sich erst einmal zwei Jahre in der Produktion zu bewähren. Nachdem sich Edith Höfer bewährt hatte, erhielt sie dennoch keine Lehrerstelle, wandte sich daraufhin mit einer schriftlichen Eingabe an Wilhelm Pieck, den einzigen Präsidenten der DDR, und das Wunder geschah.
Ab 1959 durfte sie an der Pestalozzischule in Werdau Mathematik und Physik unterrichten und dies tat sie letztendlich 33 Jahre lang. Ehemann Lothar war ebenfalls Lehrer und unterrichtete Sport und Deutsch. Nach Wandlung der Einrichtung zum Humboldt-Gymnasium, begab sich Edith Höfer 1992 in den Vorruhestand.
Ihre bevorzugten Hobbys waren Zeichnen, Schnitzen, Schwimmen, Wandern und Skilauf. Auch sportliche Leidenschaften verbanden sie mit ihrem Mann, mit dem sie ihre Söhne Dietmar und Norbert bekam, denen sich fünf Enkel und 4 Urenkel hinzu gesellten. Doch ihr Norbert verstarb völlig überraschend 2015.
Nach der Wende erfüllte sich das Ehepaar Urlaubsträume in den Alpen. Zahlreiche Reisen folgten und das Ehepaar sagte sich: „So lange es möglich ist, wird nichts aufgeschoben.“ Lothar Höfer ist heute pflegebedürftig und seine Frau dankbar, immer dieser Maxime gefolgt zu sein. Die Beiden haben viel gesehen, vieles erlebt und all dies kann ihnen niemand mehr nehmen.