MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Klaus Höfer
Vom Reißbrett in die Werkstatt
Dipl.-Ingenieur für Kraftfahrzeug-, Land- und Fördertechnik
Martin-Hoop-Str. 10
08412 Werdau
Fon: 03761 / 84457
Am 08.07.1940 kam Klaus Höfer im sächsischen Langenhessen zur Welt. Seine Mutter arbeitete als Schuhverkäuferin in Crimmitschau, der Vater war Modelltischler. „Ich kenne ihn nur aus Erzählungen, da er in Stalingrad gefallen ist. Nach der Wende habe ich ihm im ehemaligen Kriegsgebiet über die Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Grabstelle errichten lassen“, erzählt Klaus Höfer, der in seiner Heimatstadt acht Jahre zur Schule ging und im Anschluss 2,5 Jahre den Beruf des Blechschlossers im Kraftfahrzeugwerk Ernst Grube in Werdau erlernte. Wir haben noch Ofenrohre und Gießkannen gefertigt“, sagt er rückblickend. „Nach der Ausbildung bin ich zuerst in die Produktion und danach in ein Konstruktionsbüro gegangen, wo ich anfangs als ungelernter Technischer Zeichner arbeitete. Aber auch auf diesem Gebiet habe ich meinen Facharbeiterabschluss gemacht“, skizziert Klaus Höfer seine Karriere. Um studieren zu können, musste er zwei Jahre zur Armee und absolvierte seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe in der Region Cottbus. „Einmal hatte ich den Auftrag, während des Fluges aus der Luft den Flugplatz zu zeichnen“, erinnert er sich voller Stolz. Nachfolgend studierte er drei Jahre Karosseriebau an der Ingenieurschule Zwickau. Während eines strengen Winters arbeitete Klaus Höfer als Student im Schacht an einer Förderanlage. „Wir waren tausend Meter unter der Erde, das war gigantisch“, berichtet er. Nach erfolgreichem Studienabschluss ging er als Diplomingenieur für Kraftfahrzeug–, Land– und Fördertechnik wieder zurück ins Konstruktionsbüro des Kraftfahrzeugwerkes Werdau, wurde dann aber für ein Jahr als Konstrukteur ins Bremsenwerk nach Limbach-Oberfrohna delegiert. Während dieser Zeit entwickelte er die Bremsanlagen für den Mähdrescher E512 und lernte parallel seine Frau Karla, Kindergärtnerin und geborene Croy, kennen, die er per Anhalter mitnahm und nur sechs Monate später heiratete. Ebenfalls 1967 wurde Sohn Gregor geboren, der heute als Lehrer arbeitet und zwei Töchter hat. Frau Höfer übernahm bis zum Ende ihres Berufslebens die Leitung eines Kindergartens in Werdau. In den 80 er Jahren wechselte Klaus Höfer dann zum Rationalisierungsmittelbau Werdau und war nach der Wende für kurze Zeit in einem Betrieb in Sindelfingen tätig, wo er als Gastarbeiter in die Tätigkeit in der Marktwirtschaft eingewiesen wurde. Später konstruierte er für Kässbohrer in Ulm Busse, wurde aber, wie alle Gastarbeiter, bei der Firmenübernahme von Mercedes entlassen. Klaus Höfer nutzte die Möglichkeit, mit 60 Jahren vorzeitig in Rente zu gehen. Aufgrund der langwierigen gesundheitlichen Probleme seiner Frau und eigener, die Mobilität einschränkender Erkrankungen, sind viele der früheren Freizeitaktivitäten, wie Motorrad fahren, Schwimmen oder Tauchen heute nicht mehr möglich. „Ich genieße unser gemütliches Heim und gehe gern im Wald spazieren“, sagt er. „Bei Tierbeobachtungen bekomme ich den Kopf frei und tanke Kraft für all das, was noch vor mir liegt.“