MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Claus Händler
Eigentlich Dresdner und Dixieland-Fan
Maschinenschlosser, Kalkulator
Eugen-Richter-Str. 38
99085 Erfurt
Geboren 1941 in Radebeul, aufgewachsen in Dresden in der Obhut einer alleinerziehenden Mutter, besuchte Claus Händler ab 1947 die Schule im Stadtteil Niedersedlitz, 1955 mit der 8. Klasse abgeschlossen. Schon damals war er (politisch) nicht auf Linie getrimmt, wurde kein Mitglied der DDR-Jugendorganisationen, riskierte manche Lippe und wurde als Zwölfjähriger zum Verhör abgeführt. Später wurde ihm ein Nachholen des Abiturs an der Volkshochschule verwehrt. Eindrücke, die ihn prägten, aber den Entschluss reifen ließen, auch in späteren Jahren immer seine eigene Meinung zu haben und zum Ausdruck zu bringen. 1955 begann er eine zweijährige Lehre zum Maschinenschlosser in der Schuhmaschinenfabrik VEB Dresma. Anderthalb Jahre blieb er danach im Betrieb, wechselte kurz zur Kartonagenfabrik VEB Kama Dresden, begann dann als Automateneinrichter in der halbstaatlichen Willfried Mende KG, einer Firma für Schrauben- und Fassondreherei. Als 1964 seine Mutter verstarb, sah sich Claus Händler mit staatlichen Auflagen bezüglich der Wohnung konfrontiert, musste einen Raum abgeben. Der unbeheizbare Rest diente ihm weiterhin, doch arbeitete er nun vorwiegend auswärts, 1966 ging er für drei Jahre zu den Leuna-Werken, wo er im dortigen Arbeiterwohnheim Gelegenheit hatte, Westfernsehen zu empfangen. Er begann 1969 beim VEB Lufttechnische Anlagen Dresden als Monteur, später bauleitender Monteur, unterwegs vor allem auf Großbaustellen wie dem Palast der Republik in Berlin. Beim Einsatz im Porzellanwerk Ilmenau lernte er seine Frau kennen (Heirat 1974), beim Kombinat Umformtechnik Erfurt bot man ihm einen festen Platz und zudem eine Wohnung für die Familie (zwei Töchter 1975 und 1978), so dass im Jahr 1976 die Entscheidung für Erfurt fiel. Als Arbeitsgruppenleiter Lüftungs- und Klimatechnik konnte Claus Händler bis 1993 technische und strukturelle Entwicklungen miterleben. Als sein Bereich dann Fremdfirmen übertragen wurde, fand er bei einer mittelständischen Firma als Bereichsleiter Lüftungstechnik neue Aufgaben. 1995 engagierte den inzwischen auch am PC versierten Fachmann eine hessische Firma für ihre Niederlassung in Erfurt-Stotternheim, er plante und requirierte nun als Kalkulator die Aufträge anhand der Ausschreibungen. Als im Jahr 2000 sein Arbeitsplatz ins hessische Grünberg umgelagert werden sollte, entschied er sich, den Ruhestand anzupeilen, in dem er als Parkplatzkassierer bis vor zwei Jahren immer noch tätig war. Der Großvater zweier Enkeltöchter hält weiter die Verbindung zu seiner Heimatstadt Dresden, besucht besonders gern die Konzerte im Rahmen des dortigen Dixieland-Festivals.