MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Oswald Häntsch

Pflanzenexperte mit Verstand und Humor

Oswald Häntsch
Weinbauer

Mittlere Bergstr. 44 a
01445 Radebeul

Fon: 0351 / 8383380
 

Oswald Häntsch ist eine wandelnde Enzyklopädie für Kulturpflanzen. Ob Gemüse, Obst oder Blumen – er kennt sich aus, und das kommt nicht von ungefähr. Am 22.04.1933 hat er in Ebersbach in der Oberlausitz das Licht der Welt erblickt. Er erlebte eine unbeschwerte Kindheit. Seine Mutter kam aus einer Gärtnerei, der Vater war Fischgroßhändler, hat mit dem LKW Gaststätten und Einzelhändler beliefert. Oft durfte Oswald die Tour mitfahren. Die Einschränkungen des Krieges spürte er als Schulkind vor allem daran, dass die Lehrer knapp wurden und zu Hause Essen und Holz besorgen weit wichtiger war als Hausaufgaben. Nach der 8. Klasse startete er 1947 seine Laufbahn im Gartenbau. Er machte eine Ausbildung zum Gärtner, arbeitete in Zittau, Neugersdorf und Ebersbach, wurde Obstbaumwart und schloss mit 20 Jahren den Meisterlehrgang ab. An der Martin-Luther-Universität Halle arbeitete er bis 1955 an mehreren Versuchsreihen mit, hauptsächlich zum Thema Pflanzenschutz. Währen dieser Zeit absolvierte er auch die Giftprüfung. Danach fand er eine Stelle als Gärtnermeister für Obstbau in Jahnishausen, wo er 1957 seine Frau Lore kennenlernte. Die beiden heirateten ein Jahr später – damit können sie heute stolz auf 57 Ehejahre zurückblicken. Um wieder in die Heimat zu kommen, nahm Oswald Häntsch noch eine Stelle in Hilbersdorf an, bevor er im September 1958 ein Studium zum Gartenbau-Ingenieur begann und knapp drei Jahre später abschloss. Er wurde am 01.08.1961 Stationsleiter der Zentralstelle für Sortenwesen Nossen, Versuchsstation Radebeul und blieb in dieser Position bis zum Renteneintritt 1998, obgleich die Bezeichnung und Struktur der Verwaltung sich mehrmals änderten. Oswald Häntsch ging auf in seinem Beruf, ist bis heute sehr stolz auf das Erreichte, die Erkenntnisse und Verfahren, die er gemeinsam mit seinen Kollegen erarbeitet hat. Umso mehr ärgert es ihn, dass dieses Wissen nach der Wende Stück für Stück zunichte gemacht und die Versuchsstation im Jahr 2000 sogar eingestellt wurde. Aber Häntsch ist ein positiver Mensch. Er genießt den Ruhestand gemeinsam mit seiner Lore. Wenn es die beiden packt, setzen sie sich einfach ins Auto und fahren los – und erst unterwegs wird entschieden, wohin die Reise gehen soll… Eine andere Leidenschaft, die ihn schon viele Jahre begleitet, hat er im Weinbau gefunden. Seit Mitte der 60iger Jahre engagiert er sich ehrenamtlich als Führungsmitglied von Weinbaugemein- und Winzergenossenschaften, ist selbst als Winzer aktiv, hat Fachbeiträge geschrieben und sich in der Qualitätskontrolle engagiert. Es ist und bleibt sein liebstes Hobby.
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