MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Siegfried Höhn

Im Familienbetrieb

Siegfried Höhn

Kohlehandel und Fuhrgeschäft
Schützenstraße 18
04680 Colditz
Fon: 034381 / 42197

Als Siegfried Höhn 1926 in Colditz geboren wurde, bestimmten bald Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit des Vaters das Leben der Familie, doch für Essen und Kleidung war immer gesorgt. 1934 kaufte sein Vater den Kohlehandel und das Fuhrgeschäft mit zwei Pferden. Die Pferde hatten es bald auch dem jungen Siegfried angetan, der 1940 die Schule mit der 8. Klasse abschloss, beim Vater als Kutscher arbeitete und trotzdem, die als kaufmännisch deklarierte Lehre, im Familienbetrieb 1943 mit der Kaufmannsgehilfenprüfung in Leipzig abschloss. Inzwischen waren es sechs Pferde, die die Kohlewagen zogen, aber auch Bier ausfuhren. Im Januar 1944 rief der Arbeitsdienst, von April 1944 bis Mai 1945 die Wehrmacht. Kurz vor Weihnachten 1945 wurde er aus der erst amerikanischen, dann englischen Kriegsgefangenschaft entlassen. Zu Hause galt es nun wieder die Kohleversorgung zu sichern, doch auch Holz, Kies, weiteres Schüttgut waren zu transportieren. 1951 wurde erstmals motorisiert ausgefahren (zuerst mit Holzvergaser, ab 1953 mit Benzin betrieben). 1955 heiratete Siegfried Höhn, seine Frau entstammt ebenfalls einem Fuhrbetrieb. Der Vater wurde zu DDR-Zeiten Kommissionshändler des VEB Kohlehandels, konnte aber selbständig arbeiten und 1966 das Geschäft an den Sohn übergeben. Siegfried Höhn belieferte nun die privaten Haushalte der Stadt und Umgebung mit Kohle und Briketts, kassierte selbst und musste beim Staatsbetrieb abrechnen (auch wenn der Kunde noch gar nicht bezahlt hatte). Auch kleinere Betriebe waren zu versorgen. Als die DDR zu Ende war, entfielen der staatliche Versorgungsauftrag und durch die Umstellung auf moderne Heizungssysteme bald auch große Teile des Kohlehandels. Mit einer modernen Fahrzeugflotte, zu der bald Sattelzug, Heizöltankwagen, Autotransporter gehörten, ließen sich neue Geschäftsfelder eröffnen. Die damit verbundenen hohen Kredite abzuzahlen, sah Siegfried Höhn als erste Pflicht, auch wenn er dem Ruf der Zeit damit nicht folgte, auf manchen neuen Luxus deswegen verzichtete. Zwar waren Siegfried Höhn und seine Frau formal ab 1991 Rentner (und sind inzwischen auch stolze Großeltern eines Enkelsohns), doch der Betrieb wurde fortgeführt, bis er 2008 an die Tochter übergeben werden konnte, nun als Siegfried Höhn e. K., Brennstoffe und Transporte, Inh. Simone Krieg firmiert und floriert.
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