MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf Hölzer
„Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft“ Richard Wagner
Kammermusiker, Kammervirtuose und Konzertmeister
Magueritenweg 38
06118 Halle
Fon: 0345 / 5200918
Rolf Hölzer, 1935 geboren, besuchte von 1942–1950 die Grundschule. Mutter Meta spielte Klavier und der Pfarrer, der die Familie begleitete, war Musikliebhaber. Er animierte die Mutter, den Jungen zum Klavierunterricht anzumelden. Immer wieder ließ er sich während dieser zweijährigen Unterrichtszeit das Erlernte vorspielen. Er schaute auf die Hände des Jungen und meinte dabei die Zukunft eines meisterhaften Cellisten zu erahnen. Die Mutter war begeistert, wenngleich der Tod des Vaters 1944 die Familienversorgung sowieso schon erschwerte und die Kriegszeit eigentlich nicht dazu prädestiniert war, in solche außergewöhnlichen Entwicklungen zu investieren. Rolf Hölzer aber erhielt sein Cello und den dazugehörigen Unterricht, besuchte 1950–1954 die Fachgrundschule für Musik. Das anschließende Studium (1954–1958) an der Musikhochschule in Weimar schloss Rolf Hölzer mit dem Staatsexamen als Diplom-Musiker ab. Er bewarb sich um eine Stelle als Solo-Cellist beim Staatlichen Sinfonieorchester Halle, erhielt für zwei Jahre die Stellvertreterstelle und füllte danach die Solostelle bis zum Jahr 2000 aus. Als Musiker bereiste er die ganze Welt. Erst die sozialistischen Länder, später die westliche Welt von der BRD, über Italien, Spanien. Frankreich, Jordanien bis nach Syrien. Da auch die Musik sich immer weiter entwickelte, moderne Musik hinzukam, war eigene Weiterqualifizierung stets selbstverständlich. Nach seinem Ausscheiden aus dem Orchester widmete er sich drei Jahre lang ausschließlich seinem Elternhaus, in dem er wohnt, dem Garten und seinem Hobby: Lesen. Dann wurde er angesprochen Kammermusik zu machen und fand über die Vorbereitung und das Üben wieder so viel Freude daran, dass er seine heutige Lebensgefährtin Helga Seidel (Klavier studiert, ein Leben lang im pädagogischem Bereich tätig) in seine Pläne einbezog. Seither spielen sie gemeinsam Kammermusik, haben viele Programme und immer wiederkehrende Konzertauftritte. Rolf Hölzer blickt auf ein erfülltes Berufsleben in der DDR zurück und erinnert sich, dass auch die erste Zeit nach der Wende noch sehr schön war. Doch dann ging es voran mit der Reduzierung. Die ersten Reisen fielen weg, das Umfeld brach zusammen, Anrechtsveranstaltung und betriebliche Events waren rückläufig. Wenn sie heute wieder in Zeitz spielen, werden sie von ehemaligen Konzertbesuchern angesprochen, die es freut endlich einmal eine Veranstaltung wahrnehmen zu können, weil Kunst und Kultur ansonsten der Stadt den Rücken gekehrt haben. In der DDR wurde die Kultur stets hochgehoben und sehr darauf geachtet, dass sie auch zu den einfachen Leuten kam. Heute ist auch in diesem Bereich leider alles der Wirtschaftlichkeit untergeordnet.