MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lisa Härtel
Noch bleiben Träume
Konfektionsschneiderin
04626 Schmölln
In einer bäuerlichen Familie im Ort Münsa (im Altenburger Land) wurde Lisa Härtel 1930 in die Welt hinein geboren, die aufgrund der Kriegsjahre nicht immer eine freundliche war. Im nahen Nobitz besuchte sie die Schule bis zur 8. Klasse. Aus dem im Krieg obligatorischen Pflichtjahr auf einem Bauernhof wurden zwei, denn erst mal fand sich keine Lehrstelle. Bedenken wegen der gesundheitlichen Eignung ließen sie auf die Vorstellung verzichten, den Friseurberuf zu ergreifen. Als angelernte Konfektionsschneiderin fand sie bei einer renommierten Herrenschneiderei für die ersten Jahre Arbeit und Brot. Auch wenn sie nach der Heirat 1951 und dem darauf folgenden Umzug nach Schmölln dieser Tätigkeit nicht mehr hauptberuflich nachging, ihre Fähigkeiten als perfekte Näherin dienten lange Jahre der engen und weiteren Familie und sorgten für manches Zubrot, als sie nebenberuflich für das Modehaus Lucie Kaiser Altenburg und die Vorbereitung von dessen legendären Modeschauen wirken konnte. Lisa Härtel blieb nach der Geburt des Sohnes für zehn Jahre Hausfrau, denn kurz darauf kamen in Abständen auch drei Töchter zur Welt, brachten Freuden und Pflichten. Als sie wieder einstieg, fand sie anfangs im Stadtbauamt des Rates der Stadt Schmölln neue Aufgaben. Im Betriebsteil Schmölln des Arzneimittelwerks Leipzig gehörte sie dann zwanzig Jahre zur Stammbelegschaft, bis sie 1990 in Rente ging. Hier wirkte sie an einer Maschine, mit denen die Tabletten eingesiegelt wurden, damit Hygiene und Haltbarkeit gewährleistet waren.
Krankheiten griffen auch in ihr Familienleben ein, die Unfälle des Sohnes, die schweren Jahre, als sie ihren Mann Heinz (2012 nach über sechzigjähriger Ehe verstorben) pflegte, sie selbst lange Zeit im Krankenhaus. An ihrem Lebensmut und dem Einsatz für ihre Kinder, die fünf Enkel und die beiden Urenkelinnen hat sich nichts geändert. Nur der Garten mit Datsche im Verein „Friedenshöhe“ Altenburg, lange Zeit geliebtes Freizeitdomizil mit zur Familienversorgung beitragendem Gemüse- und Obstanbau, musste letztlich aufgegeben werden.
Vier wunderschöne Wochen konnten sie einst in Kanada genießen. Seit die begeisterte Leseratte auf Kuki Gallmanns Roman „Ich träumte von Afrika“ stieß, ist dieser Kontinent, vor allem Kenia zum Traumziel von Lisa Härtel geworden. Auch wenn sie erste Reiseplanungen abgesagt hat: Noch ist nicht aller Tage Abend.