MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Marita Höhn
Krankenschwester aus Leidenschaft
Säuglings- und Kinderkrankenschwester
07819 Triptis
Marita Höhn wurde 1949 im thüringischen Wilhelmsdorf bei Pößneck geboren. Mutter Helmgard war in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) tätig, Vater Hermann arbeitete als Hochofen-Ingenieur. Doch die Berufe der Eltern hatten keinen Einfluss auf Maritas Leben. Sie wollte Krankenschwester werden. Und das hatte einen Grund: „Weil meine Mutter an Gürtelrose erkrankte, musste ich sie und meine drei kleinen Geschwister versorgen. Obwohl das alles sehr stressig war, hatte ich Freude daran, für andere da zu sein“, meint Marita Höhn lächelnd und erzählt, dass bei allen Arbeiten Singen angesagt war. „Nachdem der Vater aufgrund eines schweren Motorradunfalls im Krankenhaus lag, erzählte er dem Personal, welchen Beruf ich gern ergreifen würde.“ Die Worte fanden Gehör. Ab September 1965, nach Abschluss der 10. Klasse, lernte Marita Höhn in Gera Säuglings- und Kinderkrankenschwester. Danach fing sie im Pößnecker Krankenhaus an, auf einer Männerstation, weil sich dort ein Krankenzimmer für Kinder befand. Dass sie für Fröhlichkeit sorgte, indem sie mit Dr. Mierzwa singend von Flur zu Flur ging, davon berichtete selbst die Presse damals. „Da ich ledig war, wohnte ich in der Klinik. Das war sehr praktisch, war ich doch sofort da, wenn wir zur Unfallstelle mussten“, erinnert sich Marita Höhn. Nach der Hochzeit mit Ulrich und der Geburt von Nicolle änderte sich vieles. Weil die Familie in Pößneck keine Wohnung fand, zog Marita Höhn bei den Schwiegereltern ein. Um ihre Tochter zur Arbeit mitnehmen zu können, betreute sie Kinder in den Sommer- und Winterferienlagern. Ihre Sangeslust lebte sie zusammen mit ihrem Mann im Triptiser Carneval-Verein als Bänkelsängerin aus. Als die Sprechstundengehilfin in der Kiefernorthopädie von Triptis in den Schwangerschaftsurlaub ging, übernahm Marita Höhn die Vertretung. 1990, zur Wendezeit, wurde die Ambulanz aufgelöst und die Krankenschwester arbeitslos. In der Zeit bestand sie die Autofahrprüfung, schrieb Bewerbungen und hatte Glück. „Ich konnte in einer neu eröffneten Augenarztpraxis anfangen. Weil mit der Zeit Probleme auftraten, kündigte ich nach drei Jahren. Für die Johanniter in Neustadt / Orla fuhr ich dann 17 Jahre lang als häusliche Krankenpflegerin mit dem Auto übers Land, versorgte die Patienten, pflegte die Schwiegermutter und Mutter“, erzählt Marita Höhn. Wegen eines Arbeitsunfalls, den sie 1997 erlitt, musste sie 2011 das Berufsleben vorzeitig beenden, was ihr sehr schwer fiel.
Jetzt ist sie am liebsten mit den drei Enkeln zusammen, genießt den Garten, bäckt, schreibt Geburtstagslieder und freut sich über das gemeinsame Feiern runder Geburtstage. Glück bedeutet für Marita Höhn, wenn andere glücklich sind und sie dabei ihren Anteil hat.