MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Marianne Höhne
Berufliche Wandel, private Herausforderungen
Franz-Jacob-Str. 22
10369 Berlin
Marianne Höhne, 1943 geboren, legte 1963 das Abitur ab und absolvierte das damals übliche Pflichtjahr im VEB Elektromechanik Berlin, bevor sie sich an der Fachschule für Angewandte Kunst bewarb. Ihr ursprünglicher Wunsch, Schriftgrafik zu studieren, konnte sich nicht erfüllen, weil dieser Studiengang aufgelöst wurde. So studierte sie Werbeökonomie – ein wenig getröstet mit dem Gedanken als Grafikerin Aufträge erfüllen zu müssen, als Werbeökonom Aufträge erteilen und damit selbstbestimmter arbeiten zu können. Ab 1967, mit dem Abschluss Werbeökonom, arbeitete Marianne Höhne viele Jahre als Mitarbeiterin der Werbeabteilung des Zentralen Warenkontors für Möbel, Kulturwaren und Sportartikel. Mit dem Entstehen des neuen Handelsbetriebes „Delikat“ und dem Neuaufbau der dortigen Werbeabteilung, wurde sie 1978 hier als Werbeleiterin tätig, bevor sie 1983 zur GENEX GmbH wechselte als Leiterin der Abteilung Katalog. Die Ansprüche an den Katalog waren andere, als die übliche Werbung unter sozialistischen Verhältnissen. Insofern war die Zusammenarbeit mit einem Schweizer Grafiker sehr förderlich und ist Marianne Höhne auch als Meilenstein der eigenen Entwicklung gut in Erinnerung. Die Arbeit war spannend, doch die Arbeitszeiten unstet, was sich mit der Hilfe für die schwer erkrankte Tochter auf Dauer nicht vereinbaren ließ. Schweren Herzens wechselte Marianne Höhne deshalb mit Überleitungsvertrag in den Künstlerclub „Die Möwe“ in Trägerschaft des FDGB. Mit der Wende und Auflösung dieser Institution war der Fortbestand des Clubs in Frage gestellt. Als ehemals interne Stätte, nun der Öffentlichkeit zugänglich, wurde sie von dieser kaum genutzt. Marianne Höhne als Verwaltungsleiterin, Programmgestalterin und Werbeleiterin wusste, wie viele andere in dieser Zeit, nicht, wo ihre Perspektive liegen würde.
Mit der Wende kamen auch für sie neue Herausforderungen. Nach kurzer Arbeitslosigkeit 1990 erwarb sie sich in verschiedenen Trainings- und Bildungsmaßnahmen spezielle Kenntnisse auf dem Gebiet Computer und Sozialmarketing. Durch die Gründung eines Arbeitsförderbetriebes für Kommunikation, an der Frau Höhne maßgeblich beteiligt war, erschlossen sich für sie neue Arbeitsmöglichkeiten. Am Ende ihrer beruflichen Laufbahn arbeitete Frau Höhne als sozialpädagogische Betreuerin in Berufsbegleitenden Weiterbildungsmaßnahmen.
Im Jahr 2005 schied sie vorzeitig aus dem Berufsleben aus, um ihre schwer demente Mutter zu pflegen.