MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Regina und Harry Hämisch

Stolz auf kleines Paradies, das viel Arbeit macht

Regina und Harry Hämisch

Weststr. 3
04838 Doberschütz OT Sprotta-Siedlung

Sie sind sehr arbeitsam, können gut wirtschaften und lieben ihr Haus und den Garten. Regina und Harry Hämisch aus Doberschütz, OT Sprotta-Siedlung in Sachsen sind stolz auf ihr kleines Paradies, das viel Arbeit macht und auf die Familie. Aber sie, die seit 1989 glücklich miteinander verheiratet sind, müssen immer in Bewegung sein, um auch noch im Alter fit zu bleiben. Während Regina Hämisch, geboren 1945 im tschechischen Bodenbach bei Decin, ihren Ausgleich beim Lesen und bei der Gartenarbeit findet, ist ihr Mann (Jahrgang 1934, verwitwet, eine Tochter, Birgit, geboren 1960, lebt in Neuenhagen bei Berlin, Kindergärtnerin, zwei Enkel) gern handwerklich beschäftigt. Als Reginas Eltern 1945 kurz nach Kriegsende flüchten mussten und im sächsischen Raum Eilenburg landeten, war sie erst drei Monate alt. Für das Kind von Neubauern gab es nach Schulschluss immer viel zu tun auf dem Feld. Nach der 8. Klasse wollte sie ursprünglich ins Labor, daraus wurde nichts und Regina lernte drei Jahre Friseuse. Besonders die Arbeit bei der PGH 1964–1986 machte der ehrgeizigen Frau (eine Tochter, Kerstin, geboren 1963, Notargehilfin in Delitzsch) viel Spaß. Sie ließ sich zudem zur Kosmetikerin ausbilden, sie wurde Lehrausbilderin und war Objektleiterin. Mehrfach hatte die Meisterin in den 1980er Jahren zu DDR-Zeiten einen Antrag auf ein Gewerbe gestellt, bis es schließlich 1986 klappte. Sie machte sich als Friseurmeisterin selbstständig, baute mit ihrem Mann, den sie als Kunden bei der Arbeit als Witwer (Frau starb 1975) kennenlernte, viel in Eigenleistung aus. 1991 begann die Suche nach einem größeren Gewerberaum. Ein Abrisshaus in der Puschkinstaße. 70 wurde erworben, umgebaut und 1992 als Wohn- und Geschäftshaus eröffnet. Sechs Angestellte und zwei Lehrlinge wurden im neuen Friseurgeschäft beschäftigt. Außerdem fanden eine Zahnarztpraxis, ein Otto-Shop und eine Wohnung Platz. 1993 wurde das Haus An der Heide verkauft und die Wohnung in der Puschkinstraße bezogen. 1997 folgte der Neubau eines Verkaufskiosk in der Puschkinstraße und der Kauf eines Grundstücks in Sprotta Siedlung. 1998 zogen die Eheleute in das umgebaute Haus und Regina Hämisch übergab ihr Friseurgeschäft an eine junge Mitarbeiterin. Das bedeutete für Regina Hämisch jedoch keinesfalls den Rückzug aus der Berufstätigkeit. In einem zum Friseurgeschäft ausgebauten Nebengebäude verwöhnte sie bis 2008 ihre Kundschaft. Die Arbeit gehörte zu ihrem Leben. Sie erinnert sich an die großen Eigenleistungen mit denen es einst gelang eine Nebenstelle des Friseurgeschäfts in Mockrena auszubauen und 1991–1995 zu betreiben. Heute sind beide Eheleute stolz auf all das Geschaffene, woran Harry Hämisch (geboren bei Görlitz in Polen, Schule 1940-1948) einen großen Anteil hat. Er war stets ein Macher, der anpackte und vorlebte, was er von seinen Beschäftigten verlangte. 1945 musste er mit seiner Mutter die Heimat verlassen und wohnte nach der Umsiedelung in Neukirchen. Der Vater kam 1947 aus dem Krieg und war arbeitsunfähig. Harrys Mutter, die in einer Färberei arbeitete, schickte ihn zwei Jahre in die Landwirtschaft, weil seine Familie das Geld dringend brauchte. 1950 begann er seine dreijährige Lehre zum Möbeltischler in Werdau. Es folgten neun Jahre Dienst (1953-1962) bei der Kasernierten Volkspolizei (Stabsfeldwebel, zuletzt in Eilenburg und Leipzig). Danach arbeitete Harry Hämisch im Möbelwerk Eilenburg, qualifizierte sich ständig weiter. Er holte die 10. Klasse nach, besuchte die Meisterschule in Weimar und machte in Dresden ein Fernstudium (drei Jahre) zum Ingenieur für Holztechnik. Noch nicht fertig damit, wurde ihm Anfang der 1970er Jahre die Leitung der Matratzenfabrik Mockrena (auch Polstermöbel) angeboten. Bis 1992 war er hier Chef und hatte das Unternehmen gut entwickelt (60-70 Beschäftigte). Auch eine zweite Firma (Clubtische) führte er. „Ohne Arbeit wäre ich tot“, sagt er heute rückblickend. Er und seine Regina wollen noch lange gesund bleiben. Dafür hat Harry Hämisch vorbeugend immer viel getan: Der Sport war sein Metier, egal ob es Volleyball, Tennis, Surfen oder Katamaransegeln war – Harry war immer aktiv. Über 20 Jahre auch als Mitglied des Segelclubs Eilenburg.
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