MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Franz und Anneliese Huth

Verantwortung übernehmen

Franz und Anneliese Huth

Traktorist, Bürgermeister a. D.
Geflügelzüchterin
Zur Brücke 8
04839 Zschepplin OT Krippehna

Weil seine Eltern als Großbauern galten, hatte es die Familie von Franz Huth in den Anfangsjahren der DDR nicht leicht. Zweimal wurde der Vater auf konstruiertem Verdacht hin eingesperrt, da musste der gerade vierzehnjährige Franz mit seinen drei älteren Schwestern und der Mutter die 54er Ernte bewältigen. Geboren wurde er 1940 schon im nordsächsischen Krippehna. Nach dem Abschluss der 8. Klasse blieb er auf dem elterlichen Hof, wechselte, als die Kollektivierung der Landwirtschaft drohte (1958 sah sich der Vater gezwungen in die neu gegründete Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft –LPG– einzutreten), als Traktorist zum Stützpunkt der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) ins benachbarte Badrina. Die 1961 eingeführte anderthalbjährige Wehrpflicht musste er in Wolfen ableisten. Danach ging es wieder zurück nach Krippehna, er qualifizierte sich durch den Besuch der Abendschule und wurde ab 1966 in der LPG als Brigadier eingesetzt. Als die LPG aufgespalten wurde, blieb er bei der Tierproduktion als Bereichsleiter Einlagerung und Transport. Mit den neuen Strukturen nach dem Ende der DDR wurde die Gemeinde Krippehna wieder eigenständig. In jenen Tagen eines gesellschaftlichen Aufbruchs überredete ihn der auch als Schriftsteller bekannte örtliche Pfarrer Friedemann Steiger, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. In Zeiten von noch wenig Bürokratie ermöglichte ihm der gute Kontakt zu seinen Mitbürgern, vieles für den Ort zu bewegen. Vier Jahre war er hauptamtlich als Bürgermeister tätig, dann bewilligte die sächsische Regierung, auf Gemeindefusionen bedacht, keine Vollzeitstelle mehr, so dass Franz Huth noch zwei Jahre, nun im Nebenamt, für die Gemeinde wirkte, die bald ihre Eigenständigkeit wieder verlor. Seine zupackende Art, das Arbeiten hatte Franz Huth im Amt nicht verlernt, kam in den nächsten Jahren der am Ort befindlichen Dachdeckermeisterfirma des Sohnes Jörg zugute. Als Wahlbeamter übernahm er jedoch auch wieder administrative Verantwortung. Seit 1965 (die „Goldene“ Hochzeit liegt längst hinter ihnen) ist Frau Anneliese an seiner Seite. Die Kinder Antje, Jörg und Frauke, dazu inzwischen vier Enkelkinder bereicherten das Familienleben. Anneliese Huth kam 1945 im ostpreußischen Landsberg zur Welt. Bereits 1947 musste die Familie die Gegend verlassen, fand in Nordsachsen, zuerst in Mutschlena, dann in Liemehna neue Heimat. Nach dem Abschluss der 8. Klasse ließ sich die junge Anneliese in Krippehna zur Geflügelzüchterin ausbilden, wirkte als solche in der LPG, dann für das Staatliche Forstamt und zuletzt für das Volksgut Großtreben. Sie gründete eine Schalmeienkapelle mit, während sich Franz Huth im Fußballverein (von der Jugend bis zu den Alten Herren), in der Freiwilligen Feuerwehr und der Jagdgenossenschaft engagierte.
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