MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Johannes Hückel

„Das ist das Wichtigste im Leben: Nach der Wahrheit zu leben.“ (Oskar Wilde)

Johannes Hückel

Industriekaufmann
Ökonom
Chemnitzer Str. 47
09661 Hainichen OT Gersdorf
Fon: 037207 / 52772

Johannes Hückel (geb. 1933) zeigt ein Bild vom Elternhaus mit dem Tante-Emma-Laden der Eltern und beschwört die damaligen Gepflogenheiten, die Zeit von Lebensmittelmarken und Zuteilung und selbst die Gerüche eines solchen Ladens herauf. Als Erwachsener gefiel ihm das geschichtsträchtige, windschiefe Elternhaus nicht mehr. Er wollte es umbauen, erneuern, neu bauen, doch in der DDR war es schwer eine Genehmigung für ein solches Vorhaben zu erhalten. Erst mit einem neuen Gesetz zum Eigenheimbau 1971 konnte er sein Vorhaben in Angriff nehmen, 1973 mit dem Bau – fast alles in Eigenleistung – beginnen. Mit Hilfe des Vaters und von Verwandten und Bekannten errichtete er das Haus. 1975 konnte er es mit seiner Frau (Renate, Hochzeit 1957, verstorben 2003) und seinem Sohn (geb. 1959, Apotheker) beziehen. Noch heute wohnt er hier, indessen als Rentner, dem Haus und Hof zur Lieblingsbeschäftigung geworden sind. Genauso stolz wie auf sein selbsterbautes Haus ist Johannes Hückel auf seinen beruflichen Werdegang. 1939–1947 hat er die mehrzügige (mehrere Klassen in einem Unterrichtszimmer mit einem Lehrer) Schule besucht, danach eine kaufmännische Lehre begonnen. Nach drei Jahren beendete er sie 1950 als Industriekaufmann erfolgreich und blieb bis 1954 in seinem Ausbildungsbetrieb Framo (Automobilmarke, die ab 1927 Transporter herstellte, später Barkas geworden) tätig. Der aktiven Werbung für die WISMUT (Bergbau) und die Armee widerstand er stoisch. Das zog mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten nach sich. So wechselte er zum Hydraulikbau Hunger nach Frankenberg, dessen rasanten Auftrieb (von 180 auf 1000 Mitarbeiter bei wachsendem Auftragsvolumen) er fortan begleiten konnte. Er erlebte die Halbverstaatlichung und Verstaatlichung des Betriebes und die Übernahme von Barkas 1965. Johannes Hückel arbeitete von 1965 bis zur Wende in Chemnitz als Abteilungsleiter in der Planung des Betriebes (zuvor Lohnbuchhaltung). Für die eigene Weiterbildung absolvierte er 1961–1965 auf der Abendschule ein Ökonomiestudium. Die wendebedingten Strukturänderungen im Betrieb führten für Johannes und Renate Hückel zur Entlassung in den Vorruhestand. Seine Frau Renate arbeitete bis dahin im gleichen Betrieb. 1957 wurde geheiratet und der gemeinsame Weg bis zu ihrem Tod 2003 gegangen. Sohn Tobias bereicherte ab 1959 die Familie. Er studierte Pharmazie, wurde Apotheker und arbeitet heute in der sächsischen Apothekerkammer. Johannes Hückel berichtet, dass seine Genauigkeit die beruflich wichtig war, auch privat eine große Stärke von ihm ist, wie auch seine Ehrlichkeit. Jetzt wünscht er sich, dass das Leben komplikationslos weiterläuft und die Gesundheit weiter mitspielt. Er lebt gerne in der Region, mit der ihn so viel verbindet und mit der er so vertraut ist. „Was du ererbt hast von den Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“ zitiert Johannes Hückel den Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Und genau das hat er gemacht!
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