MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Inge und Reinhard Hübner
Mit harter Arbeit ein kleines Glück geschaffen
Lindenstr. 30
06809 Roitzsch
Fon: 034954 / 21489
Inge und Reinhard Hübner lernen sich über den Schwager der Frau kennen. Sie freunden sich an, verlieben sich und heiraten 1968. Aus beiden Ehen hat Inge Hübner insgesamt zwei Töchter, die alle im beruflichen und persönlichen Leben erfolgreich sind. Auch aus dem einstigen „Sorgenkind“ der Familie ist inzwischen eine „sittsame Frau“ geworden, wie die Mutter scherzhaft anmerkt.
Bei den Hübners verbinden sich die Power und der Optimismus der Ehefrau mit der Genauigkeit ihres Mannes auf das Vortrefflichste. Sie schätzen vor allem Ehrlichkeit und Offenheit und blicken mit Stolz auf das Geschaffene in ihrem Leben zurück, in dem sie oft bis zum Umfallen gearbeitet haben.
Inge Hübner erlebt in ihrer Kindheit die Rückkehr ihres Vaters aus dem Krieg als Krüppel, er hat ein Bein verloren. Seinen Maurerberuf kann er so nicht weiter ausüben, er wird zur Arbeiter- und Bauern-Fakultät delegiert, studiert anschließend Jura und arbeitet als Richter am Kreisgericht in Delitzsch. Hier lernt er seine Sekretärin kennen und lieben, die Ehe mit der Mutter von Inge Hübner wird geschieden.
Diese erlernt von 1954 bis 1957 den Beruf einer Stenotypistin bei der Schokoladenfabrik Böhme. Nach der Ausbildung wechselt sie als Sachbearbeiterin zur Nationalen Volksarmee (NVA). Daneben versucht sie, junge Leute für den Dienst in der künftigen Nationalen Volksarmee zu werben. „Das war eine sehr schöne Zeit“, erinnert sie sich heute. Als ihre Schwester wegen krimineller Delikte zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, muss sie ihre Arbeit bei der NVA aufgeben, der Vater wird ebenfalls versetzt.
Mit ihrem Mann zieht Inge Hübner später nach Roitsch, sie fängt als Sekretärin des Bürgermeisters an und wird später sozusagen seine Referentin. Inge Hübner kümmert sich vor allem um die Bereiche Soziales und Inneres und ist auch für die Eingliederung von entlassenen Häftlingen zuständig. „Über diese Klientel waren wir stets sehr gut informiert“, erzählt sie. Die Arbeit macht sehr viel Spaß und sie denkt bis heute sehr gern an das gute Betriebsklima zurück.
1988 kommt als Bürgermeister ein Mitglied aus der FDP, es kommt zu Diskrepanzen und Inge Hübner wechselt in die Abteilung Finanzen beim Rat des Kreises und arbeitet anschließend beim Finanzamt. Seit dem 1. Januar 2000 genießt sie ihren wohlverdienten Ruhestand.
Reinhard Hübner muss schon als Kind sehr viel auf dem Feld arbeiten und ist bis 1999 in seinem erlernten Beruf als Isolierer tätig. Er ist ein leidenschaftlicher Schachspieler und ist sehr glücklich, immer noch mit seiner Frau zusammen leben zu können. Diese hat inzwischen zwei Herzoperationen überstanden und will einmal einkaufen gehen können, ohne auf das Geld schauen zu müssen.