MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Alfred Hädrich
Handwerkskunst mit goldenen Rändern
Inhaber Porzellanmalerei Emil Hädrich
Hauptstr. 3
07629 Reichenbach
Fon: 036601 / 42984
Den ersten Brennofen ließ der Urgroßvater noch Ende des 19. Jahrhunderts bauen. Seitdem entwickelte sich aus dem einstigen Porzellanhandel eine Manufaktur, in der die Feinheiten des Bemalens von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Im kleinen Reichenbach im Saale-Holzland-Kreis, im Haus, welches ihm noch heute Heimstatt ist, wurde Alfred Hädrich 1935 geboren, wuchs mit zwei Geschwistern auf, wurde zeitig eingespannt, wenn es galt, die Produkte auf den Sommermärkten von Sachsen bis Ostpreußen zu verkaufen. Nach dem Besuch der Oberschule (Abitur in Gera) erhielt der Sohn eines privaten Handwerkers keinen Studienplatz. So stieg er erst einmal in die Werkstatt seines Vaters ein, ohne theoretische Ausbildung, aber bald mit den unerlässlichen praktischen Erfahrungen, so dass ihm nach zehn Jahren die Fachfähigkeit zugesprochen wurde, er später auch die Meisterprüfung ablegen konnte. 1969 übernahm er die Firma, in der weiter der Vater und die ältere Schwester mitwirkten, unterstützt von Frauen aus dem Dorf. Er erlebte die planwirtschaftlich bedingten Probleme bei der Materialbeschaffung, nicht nur Gold fürs Dekor war knapp, fertigte vorwiegend auf Bestellung Teller, Tassen und Pokale für Jubiläen, Geburtstage, Sportpreise mit entsprechenden Motiven und Widmungen. Darüber hinaus belieferte er über die Einkaufs- und Liefergenossenschaft des Handwerks (ELG) spezialisierte Fachgeschäfte. Mit dem Ende der DDR-Strukturen schwand die Absatzsicherheit, einige Geschäfte blieben als Kunden erhalten, Alfred Hädrich fertigte – inzwischen allein in der Werkstatt – nun meist nach individuellen Wünschen, seine Liebe zum künstlerisch-handwerklichen Beruf blieb ihm bis heute erhalten.
Ihm und seiner pädagogisch tätigen Frau Elke (Heirat 1960, inzwischen verstorben) wurden zwei Söhne geschenkt, die für Erweiterung um vier Enkel und fünf Urenkel sorgten. Fast alle wohnen in unmittelbarer Nähe oder sogar im Haus, so ist der Familienzusammenhalt gewährleistet. Im Männerchor Reichenbach ist Alfred Hädrich seit 60 Jahren Mitglied, die wöchentliche Chorprobe, derzeit von einer jungen Frau geleitet, gehört weiter zum Programm. Aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, blieb die Freiwillige Feuerwehr des Ortes Teil seines sozialen Engagements.