MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Helga und Günther Huth

Ein eingespieltes Team und ein perfektes Ehepaar

Helga und Günther Huth

Monteurin und Brigadier i. R.
Elektriker i. R.
Käthe-Kollwitz-Str. 26
04720 Döbeln

Helga Huth gilt als Kämpferin, die sich auch in Krisen jeder Situation anpassen kann. Ihr bestechendstes Argument liefert sie allerdings mit ihren Kochkünsten, welche Familie und Freunde zu schätzen wissen. Ehemann Günther überzeugt mit Klugheit und Zuverlässigkeit, ist seinem Umfeld stets ein guter Kumpel und somit können Huths durchaus als eingespieltes Team und perfektes Ehepaar eingestuft werden. Das Licht der Welt erblickte Helga Huth am 11.07.1934 in Döbeln. Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Weißnäherin und obwohl sie später jeder Arbeit mit Freude nachkam, empfand sie die Lehre als schrecklich. Als die Firma von finanziellem Ruin heimgesucht wurde, begann sie in der Süßwarenindustrie und erlernte den Beruf der Bonbonmacherin. Ab 1963 bei Elmo beschäftigt, ließ sich Helga Huth nochmals ausbilden, arbeitete als Monteurin und stieg zum Brigadier auf. Sie war integriert, profitierte von gegenseitiger Hilfe und erlebte einzigartige Kollegialität. Günther Huth wurde am 25.01.1934 in Masten geboren. Die Zentralschule besuchte er später in Technitz und versuchte eine Ausbildung als Elektriker zu ergattern. Da es mehr Bewerber als Lehrstellen gab, unterzog er sich einem Eignungstest, brillierte und legte die Gesellenprüfung als Elektriker ab. Vorerst blieb er dem Lehrbetrieb, dem Döbelner Beschläge- und Metallwerk (DBM), treu und bestand wiederum die Aufnahmeprüfung für ein beabsichtigtes Ingenieurstudium. Doch eingestuft als politisch nicht korrekt und somit als Regimegegner, wurde ihm die Zukunft verbaut. Verhaftet von der Staatssicherheit, wurde Günther Huth zu Gefängnis verurteilt – glücklicherweise nur für ein Jahr. Man schickte ihn nach Leipzig, später in den Steinbruch nach Grimma. Er durfte keinem Verein mehr beitreten, nicht einmal wählen. Heimlich trat er einem Kanu-Sportclub bei, was so manche Schwierigkeit mit sich brachte, ihm aber auch schöne Zeiten bescherte. Beruflich blieb er bis zur Wende, welche die Auflösung des Betriebes bedeutete, als Elektriker bei DBM und begab sich mit 58 Jahren in den Vorruhestand. Dem Wasser blieben Helga und Günther Huth treu, genossen seit 1954 den jährlichen Campingurlaub mit Freunden, Faltboot und Zelt und erkundeten nach der Wende andere Länder. 1999 ereilte das Ehepaar ein schwerer Schicksalsschlag. Tochter Birgit verstarb an Krebs. Doch unlängst bekam Enkelin Ina – Bürokauffrau – Zwillingsmädchen. Das Leben bekam wieder Sinn und nichts ist Huths wichtiger, als die Urenkelinnen noch aufwachsen zu sehen.. Doch sich ihres Alters gewiss, ergänzen die Großeltern: „… wenigstens noch bis zur Schule.“
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