MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Baum

„Neun Zehntel unseres Glücks beruhen allein auf der Gesundheit.“ (Arthur Schopenhauer)

Christa Baum

und Wolfgang (†) Baum
Hortnerin
Bankkaufmann
Foto: 65. Geburtstag Wolfgang Baum 1990
99510 Apolda

Als dritte Tochter ihrer Eltern kam das Mädchen Christa 1935 in Zwickau zur Welt. Ihre gesamte Kindheit und Jugend verbrachte sie in Zwickau. 1941–1949 besuchte sie die Schule. Gerne wäre sie nun Kindergärtnerin geworden. Doch ihr Vater war Polizeikommissar in der Nazizeit und trotz seines Todes 1947, fiel die rigorose Entscheidung seiner Tochter den Zugang zu diesem Beruf zu verwehren. Durch Vermittlung ihrer Schwester (Putzmacherin) konnte sie eine Lehre für diesen Beruf aufnehmen. 1952 mit dem Facharbeiterbrief in der Tasche, nutzte sie eine gebotene Chance doch noch ihrem ursprünglichen Berufswunsch nahe zu kommen: Die Nachkriegszeit war von massivem Lehrermangel geprägt. Deshalb lief eine große Reklameaktion mit dem Ziel der Neugewinnung von Lehrern und Erziehern. Sie bewarb sich am Institut für Lehrerbildung in Leipzig, hatte das Glück als Nachzügler zum Studium angenommen zu werden und ihren Abschluss als staatlich geprüfter Lehrer und Erzieher anzustreben. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 fiel in ihre Studienzeit und hatte Folgen. Die Ausbildung wurde verkürzt, die Lehrbefähigung gestrichen und der Abschluss erfolgte nun nur noch als Erzieher für Heim und Hort. Zugewiesen in das Kinderwochenheim des IFA / Horch-Werkes in Zwickau, wurde sie folgend als Springerin in ein städtisches Wochenheim versetzt. „Früh habe ich Säuglinge gebadet, nachmittags mit Kindern Hausaufgaben gemacht...“ berichtet sie von ihrer Arbeit dort. Erneut durch die Abteilung Volksbildung umgesetzt, arbeitete sie im Kinderheim Wendberg (Alter der Kinder 3–6 Jahre), und wurde danach in das Vorschulheim Planitz als Leiterin der Einrichtung delegiert. Weiterbildungen gab es nicht, man lernte während der Arbeit und durch die Arbeit. Der Besuch von Fachseminaren Pädagogik und Psychologie half ihr weiter. Auf dem Rückweg von einem Studententreffen lernte sie auf dem Leipziger Bahnhof ihren späteren Mann Wolfgang (Bankkaufmann, verstorben im Alter von 91 Jahren) kennen und heiratete ihn 1958. Dem Umzug nach Apolda folgte die Arbeitsaufnahme als Leiterin des Betriebskinderhortes des VEB Thüringer Obertrikotagen Apolda (TOK; ca. 200 Kinder, 10 Kolleginnen) in der Bahnhofstraße. Bis 1990 blieb sie in dieser Funktion und in dieser Einrichtung tätig. 32 Jahre kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit endeten am 31.08.1990 mit dem Gang in den Vorruhestand. Ihr Mann war zu der Zeit bereits Rentner und so konnten die Eheleute ihre gemeinsame Zeit in ihrer bereits 1968 bezogenen schönen Wohnung genießen. Im Jahr 2018 gratulierte die Mieterzeitung zum 50. Miet-Jubiläum, doch Christa Baum sagt: Die Einzugsmiete von 66,10 Mark ist aber schon lange Geschichte...“ Sohn Arne Hennig, geboren 1959, lebt und arbeitet in Erfurt. Ihm hat sie eine Enkelin zu verdanken, die ihrerseits indessen bereits für eine Urenkelin gesorgt hat. Früher ehrenamtlich aktiv (Jugendhilfe) hat sie sich mit Renteneintritt aus allen Funktionen zurückgezogen. Sie liest, macht Handarbeiten, näht, hilft ihrem Sohn in seinem Garten, pflegt alte Freundschaften und Erinnerungen und hält die Familientraditionen aufrecht. „Einen Tod ohne Krankenlager“ ist der einzige Wunsch den sie hat.
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