MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Günter Baumann
Landwirtschaft im Wandel
Landwirt
Bodenreform 1
09212 Limbach-Oberfrohna OT Bräunsdorf
Im sächsischen Hartmannsdorf kam Günter Baumann im Jahr 1929 zur Welt. Er wuchs mit einer Schwester in einer von der Landwirtschaft geprägten Familie auf. Seine Eltern arbeiteten auf dem dortigen Rittergut. Vier Jahre besuchte er die Schule am Ort, dann schloss er die 8. Klasse in Bräunsdorf ab, wohin die Familie inzwischen gezogen war. Lehrreich waren die Jahre auf dem Rittergut, wo er von 1943–1945 sein zukünftiges Metier in allen Facetten lernen durfte, von Rinder- und Schweinestall bis Feldarbeit und Buchhaltung. Am Ende des Krieges sollte er noch militärisch eingesetzt werden, doch der Volkssturm brachte es nur bis ins nahe Chemnitz. Durch die Bodenreform konnten die Eltern eine Neubauernstelle übernehmen, die sie mit seiner Hilfe bewirtschafteten. 1954 übergab der Vater den Betrieb an den Sohn, der nun eigenverantwortlich arbeitete, damals mit zwei Pferden und wenig Unterstützung von Maschinen. 1957 schloss er sich mit anderen Bauern zu einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zusammen. Günter Baumann fungierte als Brigadier, übernahm, als sich 1961 vier Genossenschaften zur LPG „Heimaterde“ zusammenschlossen, für fünf Jahre den Vorsitz. Bei der Gründung einer Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP Nordwest) übernahm er auch hier eine Zeitlang Verantwortung als Vorsitzender, arbeitete dann wieder als Brigadier, bis er 1990 in den Vorruhestand verabschiedet wurde. In jenen Tagen wurde aus LPG und KAP eine Agrargenossenschaft, die den erfahrenen Fachmann nicht missen wollte. Zwölf weitere Jahre wirkte Günter Baumann noch als Brigadier bei der Leitung des Sortierplatzes in Niederfrohna. Seine Arbeitsleistungen wurden stets gewürdigt, Auszeichnungsreisen in die damalige Sowjetunion waren der Lohn, so lernte er Moskau und Leningrad (heute wieder St. Petersburg) kennen. In jungen Jahren wurde ihm zudem die Friedensmedaille der Jugendorganisation FDJ verliehen. Günter Baumann engagierte sich lange Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Bräunsdorf und als örtlicher Vorsitzender der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). Seine Frau Hannelore stand seit der Heirat 1951 an seiner Seite. Ihr gutmütiges, freundliches Wesen bestimmte das Familienleben. Leider ist sie bereits im Jahr 2012 verstorben. Die beiden Töchter Monika, 1954 geboren, und Heike, 1970, erweiterten den Kreis, zu dem weiterhin zwei Enkelkinder gehören. Günter Baumann ist noch immer im Garten aktiv und freut sich, wenn ehemalige Kollegen mit ihm aller vierzehn Tage beim Frühschoppen ihre Erinnerungen pflegen.