MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Siegbert und Erika Bcker

Es ist gut, wie es ist

Siegbert und Erika Bcker

Krondorfer Str. 97
06766 Bitterfeld-Wolfen
Fon: 03494 / 502410

Siegbert Becker (geb. 1937) erlebte, was heute wohl keinem mehr vergönnt sein wird: Nur einen Arbeitgeber während seiner gesamten berufstätigen Zeit. Nach dem er die 8. Klasse beendet und Schlosser in der Filmfabrik Wolfen gelernt hatte, wurde er im Kraftwerk eingesetzt und durchlief dort zwei weitere Ausbildungen zum Maschinisten und zum Kranfahrer. Das war damals so. Jeder sollte mindestens zwei Berufe haben, um die gegenseitige Ersetzbarkeit und damit den regelmäßigen Arbeitsablauf zu garantieren. Als Lehrlingsbetreuer gab er sein Wissen weiter, als stellvertretender Meister leitete er die Kollegen an. 1992 wurde er mit 55 Jahren in den Vorruhestand geschickt – im Zuge des Stellenabbaus nach der Wende. Ständig bat man ihn im Anschluss um Hilfe, wenn Not am Mann war. Doch seinem Hinweis: „Wenn ihr mich ständig braucht, könnt ihr mich doch auch wieder einstellen“, begegnete man mit der Aussage, dass nur noch Abbau erfolge und das deshalb nicht möglich sei. Siegbert Becker zog sich zurück, denn so wollte er nicht ausgenutzt werden. Frau Erika brauchte sich jedoch keine Sorgen um ihn zu machen, er fand auch so seine Beschäftigung. Ob bei Gartenarbeit, handwerklichen Aufgaben oder seinem Kegelsport, er blieb ständig aktiv. 1962 haben Erika und Siegbert geheiratet. Die Kinder Christian (geb. 1963), Sabine (geb. 1964) und Torsten (geb. 1970) sorgten indessen schon für acht Enkel und einen Urenkel. Nicht immer war es für Erika Becker einfach, die Familie und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen. 1940 in Schlesien geboren, war sie erst vier Jahre alt, als es hieß der Heimatort müsse für vier Tage verlassen werden, dann kämen alle zurück. Nur mit dem notwendigsten ging es deshalb auf den Weg, nicht wissend, dass die Rückkehr nie mehr erfolgen würde. Erst 2005 – besuchsweise mit ihren Geschwistern – sah Erika Becker ihren Heimatort wieder. Bitterfeld wurde zur neuen Heimat. Hier ging das Mädchen Erika 1947–1955 zur Schule. Christlich erzogen und ab der 5. Klasse den Berufswunsch Säuglingsschwester hegend, ging sie danach ins Diakonissenhaus nach Halle und arbeitete als Marienschülerin und Angestellte. Sie war noch keine 18 Jahre alt und somit war eine sofortige Lehre nicht möglich. Doch 1960 hatte sie ihr Ziel erreicht, ihre Ausbildung zur Säuglingsschwester abgeschlossen und arbeitete bis 1964 als solche. Doch Dreischichtbetrieb und zwei eigene kleine Kinder vereinbarten sich nicht. Erika Becker gab schweren Herzens den Beruf auf, arbeitete in der Wochenkrippe der Filmfabrik Wolfen weiter, in die sie die eigenen Kinder mitbringen konnte. 1973 absolvierte sie noch eine Ausbildung zur Krippenerzieherin. Nach Erweiterungsbau wechselte sie in die neue Einrichtung, agierte als stellvertretende Krippenleiterin und blieb bis sie 1997 freiwillig in den Ruhestand ging, damit keine jüngere Kollegin dem Beschäftigtenabbau zum Opfer fallen musste. Die Beckers freut, dass nach der Wende so viel Neues entstanden ist und sie finden, es geht eigentlich allen heute besser. Selbst ehrenamtlich seit 2002 in der Hospizarbeit aktiv, hilft Erika Becker wo sie nur kann. Zudem singt sie seit vielen Jahren im Kirchenchor. Familie Becker ist stolz auf ihre Familie und liebt die Gartenarbeit als körperliche Betätigung, bei der man entspannen und gesund bleiben kann.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz