MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingrid und Herribert Bauerfeind
Von Anfang an gemeinsam
Viktor-Scheffel-Str. 10 06114 Helle
Als Ingrid Bauerfeld 1944 geboren wurde, stand dieser Tag nicht gerade unter einem glücklichen Stern. Das Ende des II. Weltkrieges war in Sicht, die Familie auf der Flucht mit Wochen langen Strapazen, Leben im Eisenbahn-Waggon. Der Großvater, aus der Gefangenschaft nach Halle entlassen, bot Zuflucht. Hier wuchs die kleine Ingrid auf, besuchte 10 Klassen die Schule und nahm eine Lehre zur Chemielaborantin auf. Eine Zeit, die bereits den Weg für die Zukunft in sich barg, lernte sie doch in einer Klasse mit ihrem späteren Mann, verbrachte ihre freie Zeit im gleichen Jugendclub wie er. Ihre erste Anstellung fand sie im Kombinat Buna, war im Bereich Analytik tätig. Bis 1975 blieb sie dem Betrieb treu, qualifizierte sich in dieser Zeit auf der Abendschule zweimal weiter, war schlussendlich für acht Mitarbeiter verantwortlich, hatte es geschafft Führungskraft mit Führungsgehalt zu sein. In der Zwischenzeit waren auch ihre Kinder Renè (geb. 1966) und Anja (geb. 1974) geboren. Sie fand es an der Zeit, sich neu zu orientieren und wechselte an die Pädagogische Hochschule Kröllwitz als wissenschaftlich-technische Assistentin. Die Zeit der Wende erlebte sie hier, hatte das Glück 1993 von der Universität übernommen zu werden und bis 2008 im Beruf arbeiten zu können. Sie hat in dieser Zeit Studenten ausgebildet und Doktoranden betreut.
Herribert Bauerfeld, im gleichen Jahr wie seine Frau geboren, lernte nach der gemeinsam besuchten Schule Stahlbauschlosser. Er blieb im Ausbildungsbetrieb „Stahl- und Weichenbau Halle“, arbeitete im Ausbildungsberuf. Unterbrochen hat er seine Betriebszeit nur für den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee Er erlebte die Umprofilierung des Betriebes zum Metallleichtbaukombinat in den siebziger Jahren mit, nahm an mehreren Qualifikationen teil, erlangte den Schweißerpass und den CO 2-Schweißerpass (heute WIG-Schweißer). Er arbeitete im Dreischicht-System – eine Herausforderung, der sich das Familienleben anpassen musste. 1980 hat er gekündigt, orientierte sich völlig neu, arbeitete fortan als Fensterputzer. Nur die Arbeit machen, lag ihm nicht, einen Abschluss wollte er haben. Im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung erwarb er den Facharbeiter als Gebäudereiniger. Als Brigadier in der Halleschen Glas- und Gebäudereinigung tätig, erlebte er hier die Wende. Was tun? Mit Kollegen wechselte er zur Firma Gegenbauer Gebäudereinigung, hatte das Glück, dass seine Jahre zuvor im Fach als Betriebsjahre anerkannt wurden. Er blieb, trotz nachmaligem Arbeitgeberwechsel, im Beruf, arbeitete insgesamt 28 Jahre als Glas- und Gebäudereiniger, bis 2008. Jetzt haben die Eheleute Bauerfeld Zeit für ihren Garten und Urlaube mit dem Sohn auf Gran Canaria und sie genießen es!