MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heinz und Elke Hudasch
„Jede anbrechende Minute ist eine neue Chance, sein Leben zu verändern.“ (unbekannter Autor)
Tannenweg 5
04838 Doberschütz OT Sprotte Siedlung
Fon: 03423 / 602985
Das Mädchen Elke wurde 1951 in Eilenburg geboren und wuchs in dieser Stadt auf. Während der Schulzeit (10-klassige Oberschule) entstand bei ihr der Wunsch später einmal den Beruf Technische Zeichnerin im Eilenburger Chemiewerk zu lernen. Doch als schließlich die Lehrstellensuche anstand, musste sie zur Kenntnis nehmen, dass ausgerechnet in dem Jahr keine Lehrstellen für diesen Beruf zur Verfügung standen. So gezwungen sich neu zu orientieren, entschied sie ich für eine Ausbildung zum Chemiefacharbeiter im gleichen Betrieb. Sie lernte ihren ersten Mann kennen und heiratete ihn 1971. Die Kinder Ivette (geb. 1971) und Ramona (geb. 1972) wurden geboren und haben indessen für sechs Enkelkinder gesorgt. Nach der Lehre als Facharbeiterin vom Ausbildungsbetrieb übernommen, arbeitete Elke Hudasch als Maschinenführerin im Schichtsystem. Das ließ sich nach der Geburt der Kinder nicht mehr mit den Herausforderungen des Familienlebens vereinen. So kündigte sie und blieb vorerst zur Erziehung und Betreuung der Kleinen zu Hause. Doch der Familienetat war bei einem Verdiener nicht üppig und Elke Hudasch wollte ihrem Mann nicht länger die alleinige Versorgung zumuten. Sie sann über eine neue Arbeitsstelle nach, musste nun jedoch bei der entsprechenden Suche dafür sorgen gleichzeitig auch einen Kindergartenplatz für ihre Töchter zu bekommen. Das gelang. Die Keksfabrik Wurzen bot Arbeit und Kindergartenplatz in Kombination an. Die junger Mutter griff zu. Nach vier Jahren wechselte sie in die Henri-Bonbon-Fabrik, konnte hier – auf Grund ihrer Chemie-Ausbildung – im Labor arbeiten und war danach bis zur wendebedingten Schließung des Betriebes als Sachbearbeiter in der Materialwirtschaft (Einkauf) tätig. Gerne hätte sie an der Volkshochschule mit einer entsprechenden Ausbildung die praktische Arbeit mit den theoretischen Kenntnissen unterstützt. Doch dann kam die Wende. Auf dem Arbeitsamt erbat sie eine vergleichbare Umschulung und absolvierte eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Die Neugründung der Eilenburger Papierfabrik wurde zum Glücksfall. Elke Hudasch fand ab 1994 hier neue Herausforderung im Bereich Einkauf. Sie erinnert sich gerne an diese Aufbruchzeit zurück. Daran, wie sie als über 40-jährige wieder auf der Schulbank saß. Daran, wie ihr prophezeit wurde mit dem Alter sowieso im Anschluss keine Stelle zu erhalten. Daran, dass sie eine der wenigen ihrer Klasse war, der das gelang. Und an die Praxisorientierte Einarbeitungszeit – insbesondere die Besuche der finnischen Papierfabriken bei minus zwanzig Grad. „Später bekam jeder seinen Bereich, ich bekam die Chemie und der Kreis schloss sich wieder...“ berichtet sie und darüber hinaus auch noch für die Verpackung, Bespannung und Entsorgung Verantwortung übernommen zu haben. Viele der Arbeiten sind heute indessen ausgesourct, sagt sie traurig. 2012 wechselte Elke Hudasch in die passiver Phase der Altersteilzeit, 2014 in die vorgezogene Altersrente. Sie erinnert sich gerne an ihre Arbeit zurück, insbesondere auch an die im Redaktionsteam der Betriebszeitung. Hier hatte sie die Rubrik Interviews inne, mit der Vorstellung der Angestellten und Produktionsarbeiter in ihren Bereichen. Nach dem Scheitern der ersten Ehe hatte sie im Jahr 2004 erneut geheiratet. Sie widmete sich nun vollumfänglich der Pflege ihres schwer erkrankten Mannes Heinz bis zu dessen Ableben im Jahr 2018. Heute ist sie froh im mit ihm gemeinsam gebauten Haus leben zu können und findet da und im dazugehörigen Garten Beschäftigung, aber auch Entspannung. Dass Tochter Ramona in der Nähe wohnt und ihr in Krisen zur Seite steht macht sie froh. Gemeinsame Zeit mit den Freundinnen und das Hobby Line Dance bringen Freude in den Alltag.