MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gudrun Hummelmeyer

Verluste, Freuden, Hoffnungen

Gudrun Hummelmeyer

Weberin, Lehrausbilderin
Wiesenweg 5
09306 Erlau

Als Gudrun Friedrich 1939 schon in diesem Erlauer Haus, das sie über das ganze Leben begleiten sollte, geboren, war ihre früheste Jugend von schweren Verlusten geprägt. Der Vater fiel 1942 bei Stalingrad, die Mutter starb im selben Jahr an Tuberkulose. So wuchs die junge Gudrun bei der Schwester ihrer Mutter auf. Tante Erna wurde zu ihrer eigentlichen Mutter, doch waren auch die Großeltern voller Fürsorge. Ab 1945 konnte sie die Schule besuchen, gehörte später zum Schulchor und schloss 1953 mit der 8. Klasse ab. Sie wäre gern Kindergärtnerin geworden, doch die Umstände (und auch die Zensuren) waren nicht danach. So ließ sie sich im VEB Weberei Mittweida ausbilden, besuchte dazu die Berufsschule dort. Nach zwei Jahren erhielt sie den Facharbeiterbrief als Weberin und begann ihr erfolgreiches berufliches Wirken. In einem Komplexlehrgang in Aschersleben erhielt sie die Befähigung, selbst Lehrlinge ausbilden zu dürfen, so dass ihr früherer Traum von der Arbeit mit jungen Menschen auf diese Weise Bestätigung fand. 1960 hatte sie ihren Mann Kurt geheiratet, 1965 wurde Sohn Dirk geboren, so dass Gudrun Hummelmeyer erst einmal drei Jahre zu Hause blieb. Dann fand sich ein Arbeitsplatz in einer Erlauer Näherei, welche Unterwäsche fertigte, im Volksmund „Zwickelbude“ genannt. Die Arbeit in einem freundlichen Team wurde zur befriedigenden Aufgabe. Noch heute treffen sie sich im inzwischen auf vier Frauen verkleinerten ehemaligen Kolleginnenkreis, um Geburtstage zu feiern. Doch mit dem Ende der DDR kam auch für viele Textilbetriebe Sachsens das Aus. Gudrun Hummelmeyer erlebte, ehe sie in Rente gehen durfte, nun Zeiten der Arbeitslosigkeit, konnte sich zweimal auch in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einbringen, bei denen sie viel in freier Natur eingesetzt war, beim Begradigen von Bachläufen, bei der Auflösung einer Schweikershainer Deponie. Neben der Arbeit gehörte ihr Denken und Fühlen immer ganz der Familie. Mit ihrem Mann Kurt hatte sie einen Glücksgriff getan. Um so schwerer wiegt der Verlust, als er bereits im Jahr 2016 im stolzen Alter von 80 Jahren, aber kurz vor der diamantenen Hochzeit von ihr ging. Der fußballbegeisterte Lackierer war im VEB Großdrehmaschinenbau „8. Mai“ lange Jahre tätig gewesen. Durch Sohn Dirk wurde das Familienleben mit Schwiegertochter und Enkelkind bereichert. Als die Welt 1990 auch für Hummelmeyers offen stand, freuten sie sich an Reisen nach Nord und Süd, Norwegen und die Dolomiten waren darunter. Nun kann ihr Kurt dabei nicht mehr an Frau Gudruns Seite sein, doch fand sich eine gleichgesinnte Bekannte. Monatlich trifft sich dazu ein Freundinnenkreis zum gemeinsamen Bowling.
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