MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Hugot
Reisen und Ahnenforschung sind seine Leidenschaften
Kraftwerksmeister
99310 Arnstadt
Sein Familienname stammt aus dem Französischen. Das hat Manfred Hugot aus Arnstadt in Thüringen während seiner Ahnenforschung herausgefunden. Sie gehört zu seinen Leidenschaften wie das Reisen. Der Kraftwerksmeister (verheiratet von 1963-2012 mit Heidemarie bis zu deren Tod, zuletzt beim Bundesarbeitsgericht tätig gewesen) war schon in Kambodscha und Indien sowie in der Karibik und er würde gern Sprachen können. Auch interessiert sich Manfred Hugot, der zwei Kinder (Cornelia, geboren 1962; Dominik, geboren 1967), fünf Enkel und drei Urenkel hat, für Politik und Historie. Eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert zu unternehmen, herauszufinden, wie es in Erfurter Straßen gerochen hat und wie damals die Menschen gelebt haben, das wäre was für den Thüringer. Aber dies wird wohl ein Traum bleiben. 1944 in Erfurt zur Welt gekommen, besuchte Manfred Hugot acht Jahre lang die Schule. Danach lernte er drei Jahre beim Konsum Fachverkäufer für Lebensmittel, Fleisch und Fisch. Das war naheliegend, denn die Familie mit vier Kindern wohnte in einem Haus, in dem sich unten ein Konsum mit Fleischerei befand. Als Kleinster wurde er oft zum Einkaufen geschickt und kannte im Konsum alle Verkäufer. Nach seiner Ausbildung verdiente er 360 Mark als Verkäufer, 450 Mark als Lagerist im Monat, obwohl er bereits als Lagerist geführt wurde. Sein Schwiegervater, der als Heizer im Erfurter Kraftwerk arbeitete, riet ihm, hier anzufangen. Er machte als Entascher Schichten, bekam 600 Mark monatlich. Manfred Hugot qualifizierte sich schnell zum Hochdruckkesselwärter, wurde Oberheizer und machte 1981 seine Meisterausbildung. Er blieb bis zur Wende als Schichtmeister. Ab 01.07.1993 wurde er als Fachgebietsverantwortlicher Allgemeine Dienste von der Betriebsverwaltung Erfurt und Arnstadt, Gruppe Betrieb, in die Hauptverwaltung, Abteilung Organisation, Gruppe Allgemeine Organisation versetzt (Tätigkeitsbild: Betriebswirtschaft / Kostenrechnung) und war dort verantwortlich für Büromaterial, die Poststelle und das Archiv. Sein damaliger Chef aus dem Kraftwerk blieb auch sein Chef in der Hauptverwaltung. Im April 1999 trat er mit 55 Jahren in den Ruhestand. Dass er im Juni in das Arnstadter Haus gezogen ist, hat Manfred Hugot nie bereut. Das Umfeld stimmt, um sich auch im Alter von der Infrastruktur her gut versorgen zu können. Der Wald zum Joggen und Spazierengehen ist in der Nähe. Zudem fährt Manfred Hugot gerne mit dem Fahrrad. Er ist stolz auf sein Lebenswerk, das Geschaffene und dass er fast 50 Jahre eine so gute Ehe mit seiner Frau Heidemarie führen konnte. Der Thüringer möchte in Würde alt werden, damit für einen wie ihn das Leben noch lebenswert bleibt. Seine Großmutter hat ihn im Leben am meisten unterstützt, erklärt er. Vorbildwirkung hat für ihn der Wissenschaftler Steven Hawkins, der mit 76 Jahren starb und trotz seiner jahrzehntelangen Behinderung durch die Krankheit ALS stets ein wacher Geist geblieben war.