MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Joachim und Bärbel Hornig

Mit der Hoffnung auf lange, glückliche Jahre

Joachim und Bärbel Hornig

Bäcker, Heizer
Weberin, Säuglingspflegerin, Küchenleiterin
Siedlung 22
09328 Lunzenau OT Göritzhain

Im mittelsächsischen Tal des Flüsschens Chemnitz spielt das Leben von Bärbel und Joachim Hornig. Noch immer leben sie im von seinen Eltern überkommenen Haus, in dem er 1942 geboren wurde, mit einer Schwester aufwuchs. In Göritzhain (seit 1994 Ortsteil von Lunzenau) besuchte Joachim Hornig von 1948 bis 1956 auch die Schule. Darauf schloss sich eine dreijährige Bäckerlehre an, die er beim Onkel, Bäckermeister Otto Kaiser, im nahen Wiederau absolvieren konnte. Ein Jahr blieb er danach als Geselle, doch weil das Geschäft für beide zu wenig abwarf, wechselte Joachim Hornig für zehn Jahre zu einer Bäckerei in Taura. Ein halbes Jahr half er einem Meister in Königshain, um dann wieder beim Onkel anzufangen, der gerade einen neuen Backofen in Betrieb genommen hatte. Doch 1970 hatte er seine Frau Bärbel geheiratet und auf Dauer blieb das Einkommen als Bäckergeselle zu schmal, um die Familie voranzubringen. 1971 ging er zur Seidenpapierfabrik in Göritzhain, wo er als Heizer gebraucht wurde, dafür eine neue Qualifikation erwerben konnte. Als mit dem Ende der DDR 1990 auch das Aus für die Firma kam, verdingte er sich ein halbes Jahr als Heizer bei einem Werk in Geithain, wirkte danach vier Jahre als Transportarbeiter in einer Parkettfabrik und fand dann bei einem örtlichen Malerfachbetrieb für mehrere Jahre neue Aufgaben, auch wenn er nun viel unterwegs war, zum Einsatzgebiet gehörten auch die westlichen Bundesländer. In den letzten Zeiten vor dem Renteneintritt wurde er im Museum für Volksarchitektur und bäuerliche Kultur Schwarzbach e. V. eingesetzt. Als Bärbel Pioch wurde seine Frau 1944 im pommerschen Groß Boschpol geboren. Sie wuchs mit zwei älteren Brüdern auf, doch fehlte die Mutter, die bei ihrer Geburt verstorben war. Eine Tante ersetzte die Mutterstelle. 1947 musste die Familie die nun polnische Heimat verlassen, kam nach Sachsen. In Göritzhain besuchte sie dieselbe Schule wie ihr späterer Mann, jedoch von 1950 bis 1958. Zweieinhalb Jahre dauerte die Lehre in einer Weberei, aber danach wechselte sie sofort ins Kinderheim von Markersdorf, das später in eine Kinderkrippe umgewandelt wurde. Sie erwarb einen Abschluss als Säuglingspflegerin und erlebte in der Sorge für ihre kleinen Schützlinge schönste Berufsjahre. 1970 begann sie in der Papierfabrik, drehte die Filter für die Zigaretten der damals gängigen Marke „f 6“. Später arbeitete sie in der Küche des Werks und wurde Küchenleiterin. Als das Werk schloss, fand sie für ein Jahr Unterkommen in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Frankenau, dann beschloss sie die Gelegenheit zu ergreifen, saisonweise in der bayrischen Hotellerie als Zimmermädchen zu agieren, wurde bis 2002 in Ramsau (Berchtesgadener Land) von ihrer Gastronomiechefin sehr geschätzt.
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