MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gert und Rosmarie Hortenbach

Ein Leben

Gert und Rosmarie Hortenbach

04741 Roßwein

Geboren, gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Annerose, am 19. September 1943 in Lunzenau; mitten im 2. Weltkrieg. 1956 kam noch Schwester Karin dazu. Er-innern kann er sich an Geschehnisse aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Sein Vater Hilmar kam erst 1949 aus dem Krieg zurück. Hängengeblieben ist ihr erstes gemeinsames Essen. Als er eine Plinse, bestrichen mit Marmelade, nicht essen wollte, klatschte ihm der Vater diese voller Zorn ins Gesicht, kein schöner Auftakt. Seine Kindheit und Jugend einschließlich Achtklassenschule, Ausbildung zum Bohrwerksdreher, Armeedienst und Schichtarbeit in Penig, verbrachte er in Lunzenau. 1964 lernte er seine spätere Frau Rosmarie kennen, sie heirateten 1967, 2017 steht also die Goldene Hochzeit an. 1966 zog er zu ihr nach Seifersdorf bei Leisnig, wo Rosmaries Eltern einen kleinen Bauernhof unterhielten. Jetzt ist er nach einem ereignisreichen Leben 73 Jahre alt, und seit 17 Jahren durch eine verunglückte Bandscheiben-OP partiell querschnittgelähmt und damit sehr schwer gehbehindert. Am 13. Oktober 2016 erlitt er dazu einen Schlaganfall, der ihn eine sogenannte Nahtoderfahrung erleben lies. Sehr glückliche Umstände ermöglichten ein schnelles ärztliches Eingreifen, so dass er glimpflich davon kam und jetzt wieder halbwegs hergestellt ist. Dieser Einschnitt war der Anlass, sein Leben zu überdenken bzw. Bilanz zu ziehen. Er kam zur Überzeugung, seine Lebensleistung erfüllt zu haben und keine Angst vor dem Sterben haben zu müssen. Auf der Habenseite kann er verbuchen: Seit 49 Jahren eine Frau, die immer an seiner Seite war, zwei Söhne mit ihren Familien, ein Haus gebaut – parallel zum Fernstudium in Freiberg!, mehrere Bücher bzw. Veröffentlichungen geschrieben, mehrere gesundheitliche Probleme gemeistert. Beruflich entwickelt vom Achtklassenschüler über den Facharbeiter, zum Ingenieur für Fördertechnik und Dipl.-Ing. für Maschinen und Energietechnik (Bergakademie Freiberg) und zum Fachschuldozent und Studiendirektor; 22 Jahre erfolgreich in der Ingenieurausbildung gewirkt. Nach der Wende als Angestellter, später als Freiberufler beim Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft in Sachsen als Projektmanager angestellt. In dieser Funktion Großveranstaltungen und verschiedene Projekte im Auftrag sächsischer Staatsministerien sowie der Europäischen Kommission erfolgreich umgesetzt. Inhalt war die Unterstützung der sächsischen Wirtschaft bei der Umgestaltung zur Marktwirt-schaft. Wegen Arbeitsunfähigkeit musste er dann in die Erwerbsunfähigkeit gehen. Wegen seiner trotzdem bis heute andauernden freiwilligen Tätigkeit erhielt er 2015 eine besondere Ehrung. Mit seiner Frau durfte er am Bürgerfest unseres Staatspräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin teilnehmen. Anlässlich seiner ersten Bandscheiben-OP hat er zum Glauben gefunden und so immer wieder die nötige Kraft für ein erfülltes Leben gehabt. Viel Freude haben er und seine Frau, die ihm in all den Jahren zur Seite gestanden hat, an ihrem Hund Bobby.
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