MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gertraud Hornauer

Eine Institution hinter dem Ladentisch

Gertraud Hornauer

Fachverkäuferin für Textilien
Merlwitzer Str. 3
04758 Wellerswalde

Die Textilfachverkäuferin Gertraud Hornauer ist ein Mensch mit sehr viel Verständnis. Sie schätzt Ehrlichkeit, ist stolz auf ihre Kinder und Enkel und freut sich, trotz ihres hohen Alters immer noch bei guter Gesundheit zu sein. Außerdem lebt sie gern in ihrer Heimatregion. Gertraud Hornauer kommt 1929 zur Welt, der Vater, ein Maurer, ist ein ruhiger, freundlicher und arbeitsamer Mensch, die Mutter arbeitet als Hebamme. Schon als Kind spielt sie gern Kaufmannsladen und kann sich nichts anderes vorstellen, als einmal hinter dem Ladentisch zu stehen. Die Schule lernt sie noch als einen Raum kennen, in dem vier Klassen sitzen. Während der Lehrer die Zeitung liest, müssen die Kinder die von ihm gestellten Aufgaben erledigen. Im Jahr 1938 wird die Mutter nach Wellerswalde versetzt. Gertraud Hornauer, die sich oft allein fühlt, freut sich, wenn diese zum Kaffee oder zum Geburtstag die Nachbarskinder einlädt und die Tochter so Gesellschaft bekommt. Die Kinderfreundschaft mit der Freundin Annelies hält bis zu deren Tod im hohen Alter. Nach acht Jahren Schule und dem „Pflichtjahr“ beim Großbauern Jentsch beginnt Gertraud Hornauer eine Lehre als Verkäuferin für Textilien bei der Firma Figiol. Im Jahr 1949 heiratet sie ihren Mann Erich, einen Kraftfahrer. Aus der Ehe gehen 1950 der Sohn Alkmar und zwei Jahre später die Tochter Elfrum hervor. Alkmar ist Autoschlosser und Vater von zwei Söhnen, er arbeitet später bei der Post als Kraftfahrer und Briefträger. Elfrum ist Kinderkrankenschwester. Im Jahr 1955 erhält die Familie eine Wohnung in Dahlen. Gertraud Hornauer arbeitet hier bis spät abends in der HO, doch wegen der langen Arbeitszeit ist sie immer in Sorge um ihre Kinder und wechselt 1967 nach Wellerswalde. Die Zeit als Textilverkäuferin sieht sie als ihre schönste Zeit an, für ihre damaligen Kunden ist sie bis heute eine Institution geblieben, nach der man immer wieder fragt. Im Jahr 1968 wechselt sie in die örtliche Brauerei, wo sie direkt in der Produktion arbeitet. Als ihr Mann erkrankt, gibt sie die Arbeit auf und widmet sich bis zu seinem Tod im Jahr 1994 dessen Pflege. Gertraud Hornauer ist ein sehr familienorientierter Mensch und fühlt sich im Kreise ihrer Angehörigen am wohlsten. Sie arbeitet gern im Garten, macht Handarbeiten und arbeitet schon an Weihnachtsgeschenken für ihre Enkel. Gertraud Hornauer bedauert sehr, dass das klassische dörfliche Leben zunehmend „den Bach runtergeht“. Die wenigen verbliebenen Lokale haben kaum noch Geld für zünftige Feiern oder Kapellen. Bis 2012 ist Gertraud Hornauer mit einigen Frauen in jedem Jahr zur Kur gefahren. Auch heute feiert die Runde noch regelmäßig zusammen Geburtstag. Sie würde gern Auto fahren und schwimmen können und wünscht sich eine gute Gesundheit auch für die Zukunft.
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