MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ruth und Erich Hurny
Von Hinterpommern und Niederschlesien nach Mecklenburg
Industriekaufmann i. R.
Zimmermann i. R.
Kirschenallee 25
17033 Neubrandenburg
Fon: 0395 / 3685015
Ruth Hurny stammt aus Hinterpommern, wo sie in dem kleinen Örtchen Flacke in einer von der Landwirtschaft geprägten Familie 1933 zur Welt kam, wenige Dörfer weiter in Medewitz (ehemaliger Landkreis Cammin) aufwuchs, die Schule ab 1939 besuchte. Dann kam der Krieg, der erst Anfang 1945 in ihr Leben eingriff, als die Front immer näher rückte. Im März ging die Flucht über die Oder bis nach Oldendorf bei Stralsund. Als dort dann die sowjetische Armee einzog, gab es den Befehl zurück an den einstigen Wohnort, den sie im Juni schon wieder verlassen mussten, auch ihre Gegend gehörte nun zu Polen und die deutschen Besiedler hatten zu weichen. Von den Wirrungen jener Zeit, von den mühseligen Wegen haben sich viele Details in die Erinnerung von Ruth Hurny eingegraben, anschaulich weiß sie davon zu berichten. In Staven (zwischen Friedland und Neubrandenburg) fanden sie Aufnahme. Die junge Ruth wurde mit 14 Jahren 1947 konfirmiert, im Jahr, in dem sie auch die Schule abschloss. Bis 1950 konnte sie eine landwirtschaftliche Lehre absolvieren, danach für ein Jahr an der Fachschule für Landwirtschaft in Neubrandenburg ihr Wissen ausbauen. Zwei Jahre arbeitete sie bei der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG), ehe Heirat (1953), die Geburt des Sohnes Roland (1953) und der Tochter Christine (1957) sie ans Heim banden. 1962 fing Ruth Hurny wieder an zu arbeiten, zuerst als Reinigungskraft im Betriebskindergarten des VEB Sirokko Gerätewerk Neubrandenburg. Als die Tochter 1964 in die Schule kam, wechselte sie als Werkstattschreiberin zum Werkzeugbau, wo sie fast fünfundzwanzig Jahre bis zur Abwicklung des Betriebes 1990 blieb, durch Frauensonderlehrgang den Abschluss als Industriekauffrau erlangte.
Erich Hurny kam 1931 in Reisicht (Niederschlesien) zur Welt, besuchte die Schule in Merzdorf, bis die Flucht 1945 ins mecklenburgische Roggenhagen führte, wo er 1946 die 8. Klasse abschließen konnte. Zwei Jahre arbeitete er auf einem Bauernhof, dann konnte er bei einem privaten Meister eine Zimmermannslehre in Neubrandenburg aufnehmen. Die Gesellenprüfung 1951 sah ihn schon als Angehörigen der Bau-Union. Dann ging er bis zum 31. 12. 1990 in dem späteren Wohnungsbaukombinat (WBK) seinem Beruf nach.
Das Ehepaar erfreut sich an vier Enkeln und rechnet mit dem vierten Urenkelkind. Ruth Hurny engagiert sich bei der Betreuung der Offenen Kirche und in der Pommerschen Landsmannschaft.