MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erhard Hosan

Gefühlte 50 Jahre

Erhard Hosan

Strohwalder Str. 46
06773 Gräfenhainichen

Erhard Hosan wurde 1935 als Sohn eines Baggerführers und einer Hausfrau geboren. Nach Beendigung der Schule 1950 lernte er drei Jahre den Beruf als Bau- und Möbeltischler in der kleinen privaten Firma der Gebrüder Paul und Hermann Krüger in Jüdenberg. Er erinnert sich noch an das schmale Lehrlingsgeld von 48,50 Mark im Monat und dass der finanzielle Anreiz auch der Grund war, sich arbeitsmäßig zu verändern. Als aktiver Fußballer in der Sportgemeinschaft Jüdenberg erlebte er den Zusammenschluss dieses Vereins mit der Sportgemeinschaft Zschornewitz, mit der Elektroschmelze Zschornewitz als Trägerbetrieb. So brachte der Sport ihm gewissermaßen die Anregung sich in eben dieser Elektroschmelze zu bewerben und die Arbeit als Karrer aufzunehmen – für 80 Mark in der Woche! In einer anderen Abteilung eingesetzt, qualifizierte er sich zum Brigadier, ging 1971 zum Meisterlehrgang nach Weißwasser. Ab 1974 erfolgte sein Einsatz als Meister in der Grundabteilung (Sieberei) der Elektroschmelze Zschornewitz. Er erinnert sich heute daran, dass alles in Handarbeit erfolgte und mit viel, viel, viel Dreck verbunden war – mit heutigen Produktionsverhältnissen gar nicht mehr zu vergleichen. Mehrfach ist Erhard Hosan ausgezeichnet worden für seine vorbildliche Arbeit, so fünfmal als Aktivist und mit dem Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Bronze. 1992 ging er in die Rente, ist aber noch heute sehr mit dem Betrieb verbunden. Es freut ihn, zur jährlichen Weihnachtsfeier eingeladen zu werden und die ehemaligen Kollegen dabei wiederzusehen. Früher sang er im Männerchor, spielte in der BSG Zschornewitz Fußball, fungierte nach seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter. Er avancierte zum Ehrenkapitän der Mannschaft, erhielt die Ehrennadel des Sportbundes. Privat hatte er Schicksalsschläge zu verarbeiten. 1998 starb sein Frau Annelies, Sohn Wolfgang verlor er durch einen tödlichen Unfall. Mit Tochter Martina lebt er heute in einem Haus, freut sich über seine drei Enkel und drei Urenkel. Als Bayern München-Fan beobachtet er die Entwicklung der Mannschaft und sagt von sich selbst, dass er sich durch die viele Arbeit in seinem Leben und durch sein gesellschaftliches Engagement jung gehalten hat. „Ich fühle mich noch wie Mitte 50“, lacht er und hofft, dass das noch lange so bleibt.
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