MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerhard Holike
Er ist längst ein Vogtländer geworden und fühlt sich hier wohl
Betriebselektriker
Dr.-Otto-Just-Str. 5
08468 Reichenbach
Fon: 03765 / 63716
Die Gesundheit und Zufriedenheit in seinem bisherigen langen Leben sind für einen wie Gerhard Holike aus Reichenbach im Vogtland ein großes Glück. Wenn die Familie zu Geburtstagen zusammenkommt, um zu feiern, bedeutet das Tradition, die der gelernte Elektriker nicht missen möchte. Er ist stolz auf seine Kinder (Dieter, geboren 1953, Lehrer und inzwischen Rentner, wohnt im Erzgebirge; Udo, Jahrgang 1955, gelernte Forstingenieur), vier Enkel und zwei Urenkel. „Es macht mich froh und glücklich, dass alle was geworden sind, dass sie ihr Leben meistern und Arbeit haben“, erklärt Gerhard Holike, der von 1952-2011 mit seiner Frau Lotte (Verkäuferin, gestorben 2011) verheiratet war. Das Fest der goldenen Hochzeit konnten die Eheleute noch feiern. 1932 in Odrau (heute Tschechien) als Sohn eines Schlossers und einer Fabrikarbeiterin zur Welt gekommen, ist Gerhard Holike von 1938-1944 dort zur Schule gegangen. Seine Familie, zu der noch seine ältere Schwester Hertha (inzwischen gestorben) gehörte, wurde durch den Zweiten Weltkrieg ausgesiedelt, musste die Heimat verlassen und kam im August 1946 ins Vogtland nach Reichenbach. Dort erlernte Gerhard Holike drei Jahre den Beruf eines Elektrikers in einem Betrieb. Zwischendurch war er nur für drei Monate bei der Armee. Von 1950-1960 wechselte er als Betriebselektriker zum Schlachthof. Dieser wurde geschlossen, weil er als unrentabel galt. Danach arbeitete der Familienvater bis 1992 ebenfalls als Betriebselektriker in der Wurstfabrik, die zum Fleischwarenkombinat Karl-Marx-Stadt gehörte. Dann konnte er durch eine Abfindungsregelung in den Ruhestand treten. Längst ist Gerhard Holike ein Vogtländer geworden. Er lebt gern hier, fühlt sich besonders bei der Gartenarbeit wohl. Früher hat er Briefmarken gesammelt, arbeitete außerdem 35 Jahre lang ehrenamtlich als Polizeihelfer und war Übungsleiter im Handball und Fußball. Gerhard Holike, der sehr sportlich war, in jüngeren Jahren in seiner Freizeit auch Pyramiden gebaut hat, denkt oft an FDGB-Reisen an der Ostsee mit seiner Frau Lotte zurück. Wenn es die Gesundheit erlaubt, möchte er mal eine Donau-Schiffsreise machen oder ans Schwarze Meer fahren. Schon lange hatten er und seine Frau davon geträumt. Doch es kam immer wieder was dazwischen. Stets war er fleißig und sparsam. Seine Eltern Albert und Rosa haben ihn in jungen Jahren am meisten unterstützt, sagt er rückblickend auf sein langes und erfülltes Leben. Was ihn besonders ärgert, sind Unordnung und Meckerei vieler Menschen. Gerhard Holike, der den Krieg erlebt und glücklicherweise überlebt hat, der Haus und Heimat aufgeben musste, kann nicht verstehen, wenn Menschen wegen Kleinigkeiten unzufrieden sind.