MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Kurt Hoppe

Handwerk mit Musik

Kurt Hoppe

Tischler, Industriemeister
Str. der Genossenschaft 11
04552 Borna OT Eula
Fon: 03433 / 851711

Nur wenige Monate nach seiner Geburt 1940 in Borna verunglückte sein Vater tödlich. Kurt Hoppe und sein älterer Bruder vermissten ihn schmerzlich, als sie aufwuchsen. Nach dem Krieg zog die Mutter mit den Kindern wieder aufs Grundstück der Großeltern im nahen (inzwischen eingemeindeten) Eula. Die Gastwirtschaft und eine kleine Landwirtschaft ernährten die Familie, doch dies hieß auch, dass die Jungs zeitig lernten mit anzupacken, beim Kartoffelkäfer einsammeln, beim Rüben verziehen, beim Versorgen des Kleinviehs. Ab 1947 besuchte der junge Kurt die örtliche Schule, 1955 schloss er mit der 8. Klasse ab. Bei Tischlermeister Martin Junghans in Wyhra (jeden Tag sommers wie winters je 10 km hin und zurück mit dem Fahrrad) absolvierte er eine dreijährige Lehre. Doch der fertige Bau- und Möbeltischler erhielt gleich 1958 die Chance, bei der renommierten Instrumentenbaufirma O. Lindholm Borna anzufangen. Hier wurden, vorwiegend für den Export, vor allem Harmoniums gefertigt. Als elektronische Instrumente das Harmonium allmählich ablösten, wurde auf andere Tasteninstrumente (Clavichord, Spinett, Cembalo) umgestellt. Seit der Zwangsverstaatlichung 1972 hieß der Betrieb VEB Cembalobau Borna, Kurt Hoppe arbeitete weiter, vorwiegend an den Gehäusen. Doch die körperlich schwere Arbeit zwang 1976 zu einem Wechsel, obwohl die Jahre im Instrumentenbau seine schönsten Arbeitsjahre waren. Nun wirkte er im Drei-Schicht-System für die Wasseraufbereitung des Kraftwerks, legte auch noch einen diesbezüglichen Facharbeiterbrief ab, bis der Schichtbetrieb begann, seinen Körper zu ruinieren. In der Betriebstischlerei des Kraftwerks Thierbach fand er dann etwas ruhigere Arbeitsbedingungen. Kurt Hoppe qualifizierte sich zum Meister der volkseigenen Industrie, wurde als solcher eingesetzt und blieb, bis 1995 die Belegschaft abgespeckt wurde. Dem Vorruheständler mangelte es jedoch keineswegs an Arbeit, er gestaltete das von den Großeltern überkommene Grundstück um, schuf sich ein kleines Paradies. In seiner Jugend hatte er sportliche Ambitionen, war zweimal die Woche zum Training gegangen, liebte das Turnen, später auch Federball und Fußball. Seit Mai 1967, nun schon vergoldete 50 Jahre, singt Kurt Hoppe im Männerchor Eula von 1881. Die freitägliche Chorstunde ließ er selten ausfallen, engagierte sich zeitweise auch als Mitglied des Vereinsvorstandes, freute sich, dass nach der Öffnung der Grenzen 1990 auch der Austausch mit Chören aus Bayern und Baden-Württemberg möglich wurde. Seit 2010 ist Kurt Hoppe Hobbymaler. Die Motive findet er bei Ausflügen, im Urlaub, aber auch in interessanten Ansichten seiner Heimatgemeinde. Auf drei Ausstellungen und in einem Kalender konnte er seine Bilder bereits zeigen. Seine Frau Karin, stomatologische Krankenschwester, hatte er seit der Heirat 1963 an seiner Seite. Sie verstarb bereits im Jahr 2011. 1964 wurde Sohn René geboren, der einen Enkel zur Familie beisteuerte.
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