MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner und Herta Hoppstock

Eiserne Hochzeit und weiter

Werner und Herta Hoppstock

Werkzeugmacher
Näherin
Käthe-Kollwitz-Str. 7
04720 Döbeln

In bescheidenen Verhältnissen wuchs sie, 1926 im mittelsächsischen Lüttewitz als Herta Großmann geboren, mit sechs Geschwistern in Birmenitz (Lommatzscher Pflege) auf. Im Nachbarort Neckanitz besuchte sie die Schule. Der Vater und vier Brüder mussten in der Wehrmacht dienen, zwei Brüder fielen dem Krieg zum Opfer. Nach Abschluss der 8. Klasse ging es in das damals verpflichtende Landjahr beim Bauern. Weil es ihr dort gefiel, blieb sie auch nach dem Krieg sieben Jahre. Später nähte sie für eine Schneiderin (als 1951 Tochter Elke geboren wurde zeitweise in Heimarbeit). Als 1961 der Umzug nach Döbeln erfolgte (400 zusätzliche Arbeitsstunden des Ehepaars ermöglichten den Bezug des eigenen Domizils in der Arbeiterwohnungsgenossenschaft AWG), begann sie bei der Arzneimittelfirma Weiss & Co. im Versand. Sie blieb auch als der Betrieb Teil der VVB (Vereinigung volkseigener Betriebe) Pharma wurde, agierte als Versandleiterin und arbeitete dort bis zum Renteneintritt. Ihren Mann Werner hatte sie einst beim Dorftanz kennengelernt. Werner Hoppstock kam in einer landwirtschaftlich geprägten Familie im Nachbarort Glaucha 1928 zur Welt. Als er schon vierzehn Jahre alt war, kam eine Schwester hinzu. Die Schule in Ottewig besuchte er von 1935 bis 1942. Dann absolvierte er die Gewerbeschule und lernte bei der Fa. Albert Polenz in Döbeln den Beruf des Werkzeugmachers. Nur sorgten die Kriegsjahre für unruhige Zeiten, er musste zum Arbeitsdienst und wurde dann zur Wehrmacht verpflichtet. Dazwischen lag in improvisierter Form seine Gesellenprüfung (vom Fliegeralarm unterbrochen). Erst, als er aus Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, erfuhr er, dass er bestanden hatte, konnte ihm der Gesellenbrief ausgehändigt werden. Drei Wochen hatten ihn die englischen Truppen im Norden Deutschlands festgehalten. Vor der Heimkehr nach Sachsen fand er kurzzeitig dort oben Arbeit im Ausbildungsberuf. Zurück in Döbeln wurde wieder die Fa. Polenz zum Arbeitgeber. Er war zwischendurch drei Jahre in den Bergbau der SDAG Wismut nach Aue abgeordnet, kam danach in seinen Betrieb zurück, erlebte auch die Zeiten, als dieser verstaatlicht wurde, konnte beinahe seine 50-jährige Betriebszugehörigkeit feiern, ehe er mit 63 Jahren in Rente ging. Frau Herta war seit 1949 an seiner Seite, längst wurde Eiserne Hochzeit gefeiert. Zwei Enkelkinder, die ersten Urenkel bereicherten das Familienleben. Herta und Werner Hoppstock erfreuten sich lange am Garten, konnten – als 1989 die Grenzen offen waren – nun mit einem „Opel“ statt des einst mühsam ersparten „Trabant“ noch viele schöne Reisen machen.
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