MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Barbara und Fritz Hontzek
Mit Leib und Seele Forstwirt wie auch Landwirt
Alte Dübener Str. 15
04849 Bad Düben OT Schnaditz
Fon: 034243 / 22974
Fritz und Barbara Hontzek blicken auf ein erfülltes und bewegtes Leben zurück. Das Förster-Ehepaar, seit 1959 miteinander glücklich verheiratet, ist in der Dübener Heide im Bad Dübener Ortsteil Schnaditz zu Hause und hat vier Kinder großgezogen. Die älteste Tochter Heike, geboren 1961, arbeitet als Lehrerin. Die drei Söhne Werner (1963 geboren), Gerald (1967 geboren) und Erik (Jahrgang 1971) sind Elektromeister, Heizungsmonteur und selbstständiger Maurermeister. Inzwischen gehören sieben Enkel und zwei Urenkel zur großen Familie. Fritz Hontzek, 1935 in Doberlug-Kirchhain als Sohn eines selbstständigen Malers und einer Hausfrau zur Welt gekommen, beschreibt sein Leben so: lernen, arbeiten, immer wieder lernen, ein Haus bauen, Familie. Beide waren mit Leib und Seele Landwirt wie auch Forstwirt, beides galt für den umtriebigen Familienvater als Herausforderung in seinem facettenreichen Berufsleben. Nicht nur als ausgebildeter Revierförster und späterer LPG-Vorsitzender stand der studierte Diplom-Agraringenieur seinen Mann. Aufgrund mehrerer Studienabschlüsse (Imkermeister 1982, Dipl.-Agrarpädagoge 1985) und mit der dafür nötigen Durchsetzungs- und Entschlusskraft leitete Fritz Hontzek zudem eine Landwirtschaftsschule und übernahm auch als Referatsleiter Grund und Boden Verantwortung in einer Kreisverwaltung Eilenburg. „Wir sind die Gewinner der Wende“, sagt er über sich und seine Frau Barbara (geboren 1936 in Altenburg, Revierförsterin). Bedingt durch die 1965 unabwendbar gewordene Umsiedlung aus dem militärischem Sperrgebiet „Buche“ zum Forsthaus Schnaditz war eine berufliche Neuorientierung erforderlich. Barbara Hontzek absolvierte 1972–1973, nach der Strukturreform in der Forstwirtschaft, an der Agraringenieurschule Döbeln ein Studium mit Abschluss „Auszeichnung“ und übernahm die Leitung der Dokumentation in der neu erbauten Sauenzuchtanlage Wellaune. Beide traten sie im Alter von 55 und 56 Jahren in den Ruhestand und nutzten die nun zur Verfügung stehende Freizeit für schöne Urlaubsreisen. Das unternehmungslustige und beherzte Paar nahm den Jakobsweg in Angriff, lernte Deutschland kennen und erkundete dabei auch die wunderschöne Dübener Heide. Zwanzig Jahre lang hat Fritz Hontzek eine Imkerei und Weiselzucht mit Zuchtstoff aus gekürten Müttervölkern, sogenannte 2 a-Völker, betrieben. Mit seiner Frau bewirtschaftet er bis heute Haus, Hof und Garten. Allerdings gibt es die „LPG Typ IV“, wie Barbara Hontzek erklärt, nicht mehr. Damit meint sie die private Haltung von Hühnern, Schafen, Schweinen und Kaninchen. Das liebe Vieh sei eingetauscht worden gegen Exoten – es handelt sich um Ziegensittiche aus Neuseeland, die Fritz Hontzek seit zehn Jahren züchtet. Der Trauspruch „Alle Eure Dinge lasset in der Liebe geschehen“ ist für beide Lebensmotto. Er begleitet ihn seit der Trauung mit seiner Barbara, einer Frau, die „das Herz auf dem rechten Fleck hat“. Beide wünschen sich noch glückliche Jahre bei guter Gesundheit. Sie sind stolz auf das Geschaffene und auf ihre Kinder. "Wir nutzten die Vorruhestandsmöglichkeit Altersübergangsgeld, die es so in Deutschland wohl nie mehr geben wird. Heute leben wir mit einer Mütterrente und der jährlichen Rentenangleichung selbstständig und zufrieden. Wir sind dankbar", sagen sie. Was einen wie Fritz Hontzek, der auch mal kurzzeitig als Pförtner des Waldkrankenhauses Bad Düben im Schichtdienst tätig war, maßlos ärgert, ist die „Entfremdung der deutschen Sprache“. Begriffe wie „Charme-Offensive“ oder „aufhübschen“, die er in der Zeitung lesen muss, bezeichnet er als „Kauderwelsch“.
„Wie können Menschen nur den Namen einer Geisteskrankheit, wie Wahnsinn, als Steigerungsstufe für Adjektive benutzen. Schlimm wird es erst bei weiterer Steigerung, wie „reiner Wahnsinn“ oder „Superwahnsinn,“ ärgern sich die Hontzeks.