MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Gerd und Ingrid Honymus
Wahlmerseburger
06217 Merseburg
Beide blicken auf ein erfülltes Leben zurück. Das heißt aber nicht, nach dem Berufsalltag die Hände in den Schoss zu legen und ihr Rentnerdasein zu genießen. Das machen Ingrid und Dr. Gerd Honymus aus Merseburg, beide Jahrgang 1944, sowieso und außerdem. Wenn die frühere Pädagogin für Chemie, Polytechnik, Englisch und Biologie und der Chemiker nicht gerade auf Reisen sind, spannende Bücher vom Krimi bis zu historischen Romanen lesen, Freunde treffen oder ihre Freizeit mit Gartenarbeit und „Steine anschauen“ verbringen, sind sie für eine besondere Stiftung aktiv. Besonders deshalb, weil diese Institution den Familiennamen des Ehepaares trägt. Gerd Honymus hat die Stiftung im Dezember 2009 in Halle gegründet, Als Chef des Medizinisch-Diagnostischen Labors in der Stadt verkaufte er nach seinem Ausscheiden 2009 seine Anteile an das Unternehmen Amedes und rief die Honymus-Stiftung ins Leben. Kultur- und Bildungsprojekte, Denkmal- und Wohlfahrtspflege zu unterstützen, ist deren Anliegen, erläutert der Initiator. Stiftungsgeld kommt den Vereinigten Domstiftern in Naumburg, insbesondere hier der Mueumspädagogik, zugute. „Ebenso fördern wir das Festspiel der Deutschen Sprache in Bad Lauchstädt und die Merseburger Orgeltage, aber auch die Michaeliskirche in Zeitz“, sagt Ingrid Honymus. Die private Stiftung funktioniert wie ein kleiner Betrieb, der nicht nur Geldgeber ist, sondern Ingrid und Gerd Honymus bringen sich mit Eigeninitiative und Ideenreichtum selbst mit ein. Gemeinsam – so halten sie es auch im Ehrenamt. Kennengelernt hat sich das Paar 1966 während der Studienzeit in Greifswald. Ein Jahr später heiratete Gerd Honymus, geboren in Gießen, Ingrid Sattelberg, die nach der Flucht aus dem heutigen Polen in die Oberlausitz kam und dann in Königstein bei Pirna zu Hause war. Die Eheleute haben zwei Söhne und vier Enkelkinder. Ursprünglich wollte Gerd Honymus, der in Roßwein bei Döbeln zur Schule ging und 1963 Abitur machte, Geschichte studieren. „Das war zu DDR-Zeiten nicht einfach“, schaut er zurück. „Chemie bringt Wohlstand hieß es“, erinnert er sich. Also studierte er von 1963 bis 1968 Chemie, diplomierte und folgte seinem Chef als Assistent 1970 an die Technische Hochschule „Carl Schorlemmer“ nach Merseburg. Dort gab es eine Wohnung für den Forscher und die Lehrerin. Beide sprechen von einer spannenden Zeit.Er promovierte 1977, bildete Studenten aus, leistete Forschungsarbeit bei der Entwicklung von Katalysatoren und „der Suche nach Kristallen“, fasste in der Biochemie Fuß und gründete in Halle-Neustadt eine Laborgemeinschaft. Kollegen aus dem Westen halfen. Sie unterrichtete Schüler der 7. bis 10. Klasse. Die Wende brachte neue Herausforderungen. Als Mitglied des Neuen Forums wurde er in den Kreistag gewählt und wirkte als Beigeordneter des Landrates. Noch lange gebraucht zu werden, Erfolg zu haben und gesund zu bleiben, wünscht sich das ehrgeizige Paar für die Zukunft.