MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Hoppe
Der self-made man aus Mitteldeutschland – Ost
Rentner
Robert-Schirrmacher-Str. 35
06846 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 615725
Die berufliche Laufbahn des 1933 geborenen Dieter Hoppe begann mit vielen Zufällen. Vier Jahre Grundschule, vier Jahre Mittelschule hatte er absolviert, als er von einem Bekannten erfuhr: „Im Modellbau Dessau suchen sie Lehrlinge. “Man schrieb das Jahr 1949, die Chancen auf eine Lehrstelle war begrenzt. So habe ich die Schule geschmissen und dort als Lehrling angefangen“, erzählt er heute. Und davon, dass seine Lehrzeit nur zwei Jahre dauerte, weil er so gute Ergebnisse erzielte, wie er als Kreissieger im Berufswettbewerb erkennen ließ. Ein halbes Jahr Arbeit als Geselle folgte, und schon kam wieder der Zufall ins Spiel. Beim Kaffeetrinken mit einem Kollegen der Tischlerei, erbot sich dieser die Rechnung zu begleichen, wenn Dieter Hoppe bereit wäre, ihn zur Aufnahmeprüfung an die Ingenieurschule nach Zwickau zu begleiten. Warum nicht, dachte der junge Mann und sagte zu. Was als Unterstützungen für den anderen gedacht war, wurde zum Alleingang, als dieser wortlos nicht zur Prüfung anreiste. So wurde "umständehalber“ aus dem Gesellen Dieter Hoppe 1952 der Student für Arbeits- und Kraftmaschinen, der sein Studium 1955 mit „gutem Erfolg“ abschloss. Die Studienlenkung wollte den jungen Ingenieur zum VEB Fahrradwerk Diamant delegieren, doch ihn zog es in seine Heimatstadt zurück, ins „Hotel Mama“. Er bewarb sich erfolgreich beim VEB Zementanlagenbau Dessau und wurde im Forschungsbereich eingestellt. Als „Pate“ wurde ihm ein erfahrener Kollege zugeordnet, der mit der Entwicklung eines neuartigen Kühlaggregates beauftragt war. Als dieser erkrankte, wurde er als alleiniger Wissensträge über Nacht, voll verantwortlich für die Konstruktion des Prototyps eines Rostkühlers zur Lieferung in die UdSSR. 1958 nahm er die ersten Zementwerke in der UdSSR in Betrieb und hatte hierbei Widrigkeiten zu beheben, neue Konzepte zu entwickeln und letztlich den Erfolg sicherzustellen.
Dies ließ ihn schnell vom Neuling zur bewährten Fachkraft aufsteigen und führte 1960 zu seiner Berufung als Leiter des Konstruktionsbüros für „ Brenn- und Kühltechnik“. Als weltweit operierendes Unternehmen begleitete er die
Anbahnung und den Bau von Zementanlagen in vielen Ländern, wie Polen, Äthiopien, Barbados und Schweden, um nur einige zu benennen. Von 1968–1986 als Chefkonstrukteurs tätig, wurde er 1986 zum Direktor Maschinenbau und stellvertretenden Werkdirektor berufen. Als Geschäftsführer nach der Wende eingesetzt, scheiterten die Versuche das Unternehmen zu privatisieren an den Restriktionen der Treuhand, die den Verkauf an die Klöckner, Humboldt Deutz AG vorantrieb. Verbunden damit war die Entlassung großer Teile der ehemals 3800 Mitarbeiter. Zwar gelang es einige Betriebsteile erfolgreich auszugliedern, aber für den Stammbetrieb gab es keine Perspektive und so ließ sich Dieter Hoppe in den Vorruhestand versetzen. Mit dieser Entscheidung endete am
31.12.1992 die berufliche Laufbahn, die durch viele Auszeichnungen, so als Aktivist, mit dem Banner für Arbeit und dem Nationalpreis der DDR, gekrönt war. Ehefrau Karin (Bankkauffrau) ist seit 1960 an seiner Seite und hat nicht nur ihn unterstützt, sondern auch weitgehend die Last der Kindererziehung, bedingt durch das berufliche Engagement ihres Mannes, getragen. Er selbst hält noch heute regelmäßigen Kontakt zu vielen seiner Studien- und Arbeitskollegen und mit der Gründung der „Sket- Gedächtnis AG“, haben sie den jährlich stattfindenden Treffen nicht nur Tradition, sondern auch einen Namen gegeben. Es ist eine Erfolgsgeschichte, diese Lebensleistung von Dieter Hoppe. Mit Fleiß, Durchsetzungsvermögen, Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit und gesunden Anspruchsverhalten an sich selbst und andere schrieb er ein kleines Stückchen DDR-Geschichte mit und ist Beispiel dafür: Auch in Mitteldeutschland-Ost
haben Menschen Außergewöhnliches geleistet.