MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Irmtraud Hoffschmidt

„Das ist der wahre Stein des Weisen: des Daseins sich zu erfreu’n.“ (Karl Müchler)

Irmtraud Hoffschmidt

Technische Zeichnerin
Teilkonstrukteur
04736 Waldheim

Die Tochter eines Hausschlächters und Kastrierers und einer Technischen Zeichnerin wurde 1945 als Irmtraud Striegler geboren. Der Krieg war gerade zu Ende, ihre Kindheit verlief sorgenfrei und glücklich. „Ich habe eine Kindheit gehabt mit Haus und Garten, mit vielen Nachbarskindern. Wir haben herumgetollt und gespielt, gehupft und gekreiselt...“ beschreibt sie in freudiger Erinnerung daran. 1962–1972 besuchte sie die 10-klassige Schule (statt der damals meist nur 8-klassigen Ausbildung), weil sie gerne Schneiderin werden wollte und diesen Beruf nicht nur am Band sitzend ausüben wollte. Weiterkommen, so sagte ihr eine Schneidermeisterin, sei nur mit besserer Ausbildung möglich. Als die Schulzeit vorbei war, hatte sie dann aber doch andere Pläne. Sie lernte im Elektromotorenwerk den Beruf Technische Zeichnerin und trat damit in die Fußstapfen ihrer Mutter. 1974 erhielt sie den Facharbeiterbrief, blieb im Betrieb tätig. Mittels einer zweijährigen Zusatzausbildung qualifizierte sie sich zum Teilkonstrukteur, arbeitete als solcher bis zur politischen Wende in der DDR. Mit Schließung des Werkes wechselte sie als Bauzeichnerin in ein Architekturbüro, kündigte dort selbst als sie ein anderes Angebot erhielt. Nun mit der Zeichnung von Apotheken-Einrichtungen betraut, erlebte sie die Umstellung der Arbeit vom Reißbrett auf den Computer. Sie nahm an einem entsprechenden Lehrgang teil. „Das war dann mein Aus“ erklärt sie, denn es musste nicht nur viel Neues angenommen werden, sondern die Arbeit wurde auch auf Leistung umgestellt und sie fühlte sich nicht mehr wohl in der Tätigkeit. Hinzu kam die schwierige private Situation: Ehemann Norbert Hoffschmidt (Feinmechaniker) mit dem sie seit 1966 in glücklicher Ehe verbunden lebte, wählte 1999 den Freitod und das nicht-Begreifen-Können und die daraus resultierende emotionale Belastung wog sehr schwer. Glück war, dass ihre Eltern noch mit im Haus wohnten, sie unterstützten wo immer es ging. Feste Anstellung fand sie nicht mehr, nahm gelegentliche Aushilfstätigkeiten an. Ihre Leidenschaft aus Kinderzeit – das Schneidern – brachte neue Freude in ihr Dasein. Die eigenen Schnitte entwerfen lehnt zudem an ihre ehemalige Berufstätigkeit an. Überhaupt ist kreatives Arbeiten zu ihrem Hobby geworden. Ob es das Gärtnern ist, das Töpfern oder Korbarbeiten. Mit den Händen etwas schaffen macht ihr einfach Spaß. Irmtraud Hoffschmidt nimmt die kleinen Dinge des Lebens bewusster wahr – geprägt durch ihre eigene Lebensgeschichte – erzählt sie. Mit ihrer Tochter Anja (geb. 1973, Steuerfachangestellte, ein Kind) fühlt sie sich sehr verbunden. Mit einem Bekannten verbringt sie am liebsten die Freizeit. In eine Nachkriegszeit hineingeboren und von den Erlebnissen der Zeit zuvor durch Berichte geprägt, ist ihr größter Wunsch, dass die Welt friedlich bleibt – nicht nur für sie, sondern vor allem auch für ihre Kinder, das Enkelkind und die nachfolgenden Generationen.
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