MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Erika Hofmann
Von der chemischen Industrie zur Umweltaktivistin
Ingenieurin für Chemische Technologie
Wiesenstr. 2
09661 Hainichen
Als Erika Weigel wurde sie 1944 in Hainichen (Mittelsachsen) geboren. In bescheidenen Verhältnissen wuchs sie mit zwei Brüdern auf. Ab 1950 besuchte sie die Schule in Hainichen, aber nach dem Umzug 1954 ins nahe Moosheim, wo die Familie zur größeren Wohnung auch einen schönen Garten nutzen konnte, ging es für die nächsten vier Jahre zur Schule ins benachbarte Greifendorf. Dann ermöglichte die Oberschule in Frankenberg (mit Internat), dass die junge Erika 1962 ihr Abitur ablegen konnte. Damals orientierte man vor dem Studium zu Aufnahme und Abschluss einer Lehre. Zwei Jahre wurde sie nun im VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt als Chemielaborantin ausgebildet. Nahtlos folgte dann der Übergang zum Studium an der Fachschule in Köthen, wo sie als Ingenieurin für chemische Technologie abschloss. Im letzten Studienjahr war schon der erste Sohn (Clemens 1966) zur Welt gekommen. Erika Hofmann begann für ein Jahr als Technologin im Kondensatorenwerk Freiberg. Nach der zweiten Schwangerschaft (Robert 1968) blieb sie nun drei Jahre zu Hause. Dann fand sich für beide Söhne ein Kindergartenplatz und sie konnte 1971 im Labor der Lederfabrik Hainichen anfangen. Als Ingenieurin wurde sie für die technische Kontrolle verantwortlich. Schwierige wie verantwortungsvolle Zeiten durchlebte sie in den Jahren bis 1992 in diesem Betrieb. Zuletzt wurde sie durch das Vertrauen der Kollegen zum Mitglied des Betriebsrates gewählt, agierte zeitweilig auch als dessen Vorsitzende. Im Jahr 1992 entschied sie sich das Angebot anzunehmen, in die Stadtverwaltung Hainichen zu wechseln, wo interessante Aufgaben im Ordnungs- und Umweltamt auf sie warteten. Schon in den letzten DDR-Jahren war sie in einem Umweltaktiv zugange, so dass sie mit der Thematik bereits vertraut war. Engagiert arbeitete sie sich ein, vertrat die Interessen der Kommune und vor allem ihrer Bürger auch gegen den einen oder anderen Widerstand. Ende 2005 ging sie mit Altersteilzeitregelung in die ruhigere Phase des Lebens. Bis zu seinem zu frühen Tod im Jahr 2008 stand Günter Hofmann an ihrer Seite. Sie kannten sich bereits aus Schulzeiten, heirateten 1966. Günter Hofmann hat später sein Studium an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt abgebrochen und sich einer künstlerischen Laufbahn verschrieben. Anfangs in der Chemiegraphie und im Grafikbereich tätig, wandelte sich sein künstlerischer Anspruch später bis hin zur Malerei, von der Spanholzschachtel (wovon eine aktuelle Ausstellung in Annaberg-Buchholz kündet) über Bildformate bis zur Wandmalerei. Seit 1976 war das Mitglied des Verbandes Bildender Künstler (VBK) freischaffend tätig. Erika Hofmann freut sich am ersten Enkelkind und engagiert sich nach wie vor für Umweltbelange u. a. als Fördermitglied der Heinz-Sielmann-Stiftung, für Greenpeace und BNND und als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Sächsischen Botaniker im Verein Sächsischer Heimatschutz.