MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa Hohlbein
„Sich regen bringt Segen“ (Alter Spruch)
Lehdenstr. 8
06847 Dessau-Roßlau
Fon: 0340 / 513481
Als Tochter eines Fahrradmonteurs und einer Schneiderin 1940 geboren, hatte das Mädchen Christa nach dem achtjährigem Schulbesuch nicht die Möglichkeit großer Berufsauswahl. „Wir haben gelernt, was wir werden mussten“, erzählt sie heute und dass sie dennoch gerne Verkäuferin wurde. Gelernt hat sie drei Jahre in der privaten Bäckerei Weise. Lehrjahre waren keine Herrenjahre, berichtete sie und weiter „...früh um 6.30 Uhr öffnete der Laden, da musste ich da sein und weil es einen Teller Mittagbrot gab endete der Tag erst um 19.00 Uhr am Abend. So war das damals eben....“ Nach der Lehre wechselte sie zur HO (Handelsorganisation). Doch der Verdienst war zu gering um den Plänen und Wünschen einer jungen Frau zu entsprechen. Im RAW fand sie Besserung und zugleich auch nochmal die Möglichkeit einer zusätzlichen Qualifizierung, die sie mit dem Facharbeiterbrief Schienenfahrzeugschlosser in der Tasche abschloss. Obwohl eigentlich ein Männerberuf, fand sie große Freude an der neuen Herausforderung. Ihr Mann Horst (Hochzeit 1962, verstorben 2015) arbeitete als Dreher im gleichen Betrieb. Beiden gefiel vor allem der Zusammenhalt zwischen den Arbeitskollegen, der sich bis in die Gegenwart erhalten hat. Noch heute geht sie mit zwei Kolleginnen jeden Montag in die Sauna, treffen sich einmal im Jahr zehn Ehemalige um die Geburtstage des Jahres beim gemeinsamen Essen zu feiern. Bindungen die über Jahre entstanden, über Jahre gehalten haben und heute so gar nicht mehr selbstverständlich sind. Garten, Haus und Camping in Ückeritz mit Sohn Rainer waren früher der Ausgleich zur Arbeit. Nach der politischen Wende in der DDR wurden die neuen Reisemöglichkeiten genutzt, einschließlich des Höhepunktes – einer großen Schiffsreise. Das zu genießen war nicht nur durch die Reisefreiheit möglich, sondern auch weil beide Hohlbeins ihre Arbeit behalten und im eigenen Haus somit ein gutes Auskommen hatten. Mit 60 Jahren in den Ruhestand getreten, nutzt sie indessen ihre freie Zeit auch für die gesellschaftliche Arbeit und Betreuung einer Gruppe innerhalb der Volkssolidarität. Haus, Hof und Garten sorgen für körperliche Bewegung, das vierwöchige Kegeln sorgt für Spaß dabei. Sie pflegt ihre alten Freundschaften, freut sich an der Entwicklung von Enkel Leo, der indessen das Gymnasium besucht und ist glücklich, dass es ihr gesundheitlich und wirtschaftlich gut geht.