MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Edith Hofmann
Bescheidenheit ist ihre Zier
Rundfunk- und Fernmeldemechanikerin
Hochuferstr. 2 a
09306 Rochlitz
Fon: 03737 / 43181
In dem kleinen Ort Lastau (nahe der Zwickauer Mulde) wurde sie 1940 geboren. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf, da wurden Beeren und Holz im Wald gesammelt und Blumensträuße gebunden, die die ältere Schwester dann auf dem Markt verkaufte. Durch die musikalische Familie kam sie früh zum Singen, erhielt in der Nachbarstadt Colditz Gitarrenunterricht. Ihren Vater lernte die junge Edith erst im Alter von sieben Jahren richtig kennen, als er aus Krieg und Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. Vier Jahre besuchte sie die Schule am Ort, dann ging es (stets zu Fuß) nach Colditz. Durch den Umzug nach Penna, wo die Großeltern wohnten, schloss sie die 8. Klasse 1954 in Rochlitz ab. Beim VEB Stern Radio Rochlitz wurde sie in drei Jahren zur Rundfunkmechanikerin ausgebildet. Um am Schraubstock zu arbeiten, mit vierzehn Jahren war sie noch nicht ausgewachsen, musste sie auf einer Kiste stehen. Nach ihrer Lehre blieb sie im Betrieb, arbeitete in Schichten und wurde dann im Prüffeld eingesetzt. Sie verantwortete die Endabnahme der Geräte und durfte bei einigen besonderen Geräten zum Abschluss eine Single-Schallplatte einsetzen mit dem damals sehr bekannten Titel „Goldener Pavillon“. Nach 38 Jahren bei der Firma kamen 1991 Kurzarbeit und die Entlassung aufgrund der Umstrukturierungen bei der Privatisierung. Edith Hofmann ließ sich zur Raumausstatterin umschulen, doch die beruflichen Möglichkeiten waren in jenen Jahren sehr bescheiden. Im Alter von 60 Jahren ging sie in den Ruhestand. 1965 war aus einer frühen Beziehung Tochter Steffi geboren worden, die inzwischen der Familie das erste Enkelkind bescherte. 1972 wurde Karl-Heinz Hofmann, gelernter Werkzeugmacher, anfangs auf Montage, nach der Heirat Mitarbeiter der Energieversorgung und zuletzt wieder als Werkzeugmacher bei Stern Radio tätig, zum Gefährten fürs Leben. Er stammte aus Lüben (Schlesien), verstarb im Jahr 2014. Familie Hofmann buchte noch zu seinen Lebzeiten über das Reisebüro einen Besuch in diesem Ort und war erstaunt wie gut dort alles aussah. Da Edith Hofmanns Vater einst in Regensburg geboren war, hatte sie in dieser Region Verwandtschaft, zu der sie vor und nach der Wende den Kontakt hielt. Im November 1989 staunten einige bayrische Dorfbewohner über den ersten „Trabant“, der mit den Hofmanns dort auftauchte. Edith Hofmann hängt am von den Großeltern übernommen Haus, in das sie und ihr Mann viel Liebe und Arbeit gesteckt hatten, erfreut sich noch immer weitestgehender Selbständigkeit und besucht mit einer Freundin noch jede Woche die Sauna.