MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Hohe

„Sieh, dass du Mensch bleibst. Mensch sein ist von allem die Hauptsache.“ Rosa Luxemburg

Manfred Hohe

Gabelsberger Str. 1
04668 Grimma

Manfred Hohe wurde 1925 als Kind einer Textilarbeiterin und eines Tischlers geboren. Nach der 8. Klasse lernte er den Beruf Betriebselektriker, wurde unmittelbar danach zum Arbeitsdienst eingezogen. Ein halbes Jahr später nach Hause entlassen, wurde er an seinem Geburtstag zur Wehrmacht eingezogen (Pioniere). In England erlebte er das Ende des Krieges, wollte nach Amerika auswandern. Über das Rote Kreuz erhielt er einen Brief seines sozialdemokratischen Vaters mit der Bitte um Rückkehr, weil nun eine neue und bessere Gesellschaftsordnung aufgebaut werden sollte. Mit sozialkritischer Literatur und Erziehung zum Klassenbewusstsein in ärmlichen Verhältnissen groß geworden, folgte er diesem Ruf 1947 nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. Jung an Jahren und mit Begeisterungsfähigkeit, engagierte er sich im RAW Zwickau nicht nur fachlich bei Armaturenreparaturen (Ventile usw. Dampflokomotiven), sondern auch gesellschaftlich bei dem Aufbau von Jugendbrigaden. Er wurde Mitglied der FDJ und der SED und als solches für die Arbeit in der Kreisleitung der FDJ geworben. 1949 zur Jugendhochschule delegiert, lernte er Wilhelm Pieck kennen und sein Einfühlungsvermögen für die jungen Leute, sowie seine politischen Lehren schätzen. Als 1. Kreissekretär Zwickau-Böhlen überzeugte er im Anschluss. Der Besuch der Parteischule in Leipzig schaffte die Voraussetzung für weitere Verantwortung, die er mit Übernahme des großen Kreises Leipzig-Land als 1. FDJ-Kreissekretär annahm. Der Zentralrat der FDJ berief ihn zudem noch als Leiter der 3. Messe der Meister von Morgen. Heute sagt er von sich, er habe mit Überzeugung und immer aufrecht gehandelt, gelernt und sich weiterentwickelt. Das auch 1960–1964 mit einem Studium in Moskau. „Ein NEIN gab es in meinem ganzen Leben nicht“, erzählt er und dass er immer dorthin gegangen ist, wo er gebraucht wurde – auch wenn das für die Familie mit Frau Thea (geheiratet 1953, verstorben 2006) und die Kinder Peter, Monika und Ute Umzug und Veränderung bedeutete. 1964–1972 war er 2. Kreissekretär in Wurzen, danach bis kurz vor der Wende 1. Kreissekretär in Grimma. Eine Augenkrankheit hatte ihn in den vorzeitigen Ruhestand gezwungen. Kurz darauf hatte er die Rente erreicht. Mit Strafrente wurde er für seine gesellschaftliche Arbeit bestraft, weil es die Arbeit für eine anders denkende Gesellschaft war, er ein anders Denkender war. So hat er die Weimarer Republik erlebt, den Faschismus überlebt, den Sozialismus mit getragen und lebt heute im Kapitalismus, den er verhindern helfen wollte. Er hat sich vorgenommen, die ungerechte Rentenberechnung mit einem besonders langen Leben auszugleichen, denn „mich kriegt ihr nicht klein“ ist seine Devise. Die Zeitung „Rotfuchs“ bleibt seine Verbindung zu Gleichgesinnten. Seine Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitete er in den gemeinsam mit seinem Neffen Hans-Peter herausgegebenen Büchern „Die Sonne geht im Westen unter“ und „Verkauftes Land“. Helga Kloda ist die seine neue Lebensgefährtin und stolz auf diesen gradlinigen Mann.
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