MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Elisabeth Hochstein

Ihr größter Wunsch: Einmal an die Seidenstraße fahren

Elisabeth Hochstein

Fachärztin für Allgemeinmedizin
Jugendärztin
99096 Erfurt

Sie ist eine echte Thüringerin. Elisabeth Hochstein, Jahrgang 1938, kam in Jüchsen im Kreis Meiningen als Tochter eines evangelischen Pfarrers zur Welt und lebt heute in Erfurt. Die promovierte Fachärztin für Allgemeinmedizin und Jugendärztin war mit einem Arzt verheiratet und hat als geschiedene Frau fünf Kinder großgezogen. Die Mutter von vier Töchtern (eine ist mit 20 Jahren tödlich verunglückt) und einem Sohn ist mittlerweile Großmutter von fünf Enkelkindern. Elisabeth Hochstein, seit Anfang der 1970er Jahre war die stets voll beschäftigte Ärztin alleinerziehend, ist stolz auf ihren Nachwuchs. Die Familie und gute Freunde sind ihr wichtig, das bezeichnet sie ebenso wie Gesundheit als großes Glück in ihrem Leben. Nach ihrer Schulzeit (Abitur 1956 in Meiningen) wollte die Thüringerin an der Universität in Jena Medizin studieren, doch dies wurde ihr, die aus einem christlichen Elternhaus stammt, zu DDR-Zeiten verwehrt. So absolvierte Elisabeth Hochstein zunächst eine Ausbildung an der Fachschule für Krankengymnastik und Massage. Nach zwei Jahren schloss sich ein drittes als Anerkennungsjahr in der Praxis am Rudolf-Elle-Krankenhaus in Eisenberg an (1956-1959). Durch den Weggang vieler Ärzte in Richtung Westen wurden plötzlich Ärzte gesucht. Elisabeth Hochstein konnte nun doch Medizin studieren. Nach zweieinhalb Jahren wechselte sie von der Uni Jena an die Medizinische Akademie nach Erfurt. 1965 machte sie dort ihr Staatsexamen. Es folgten Praktika in Sondershausen und Wismar sowie ein Jahr Pflichtassistenz in Boizenburg an der Elbe. In Worbis im Eichsfeld arbeitete Elisabeth Hochstein, die 1972 promoviert hatte, beim Rat des Kreises in der Abteilung Gesundheits- und Sozialwesen und als Kreisjugendärztin. Dort erlebte sie auch die Wende und wurde trotz veränderter Strukturen weiter beschäftigt, bis sie aus gesundheitlichen Gründen 1998 im Alter von 60 Jahren in Rente gehen konnte. Von 1996-2013 engagierte sich Dr.med. Elisabeth Hochstein als Honorarärztin im Blutspendedienst. Sie lebt gerne in Thüringen und legt Wert auf Rituale in der Familie. Dazu gehören Fest- und Feiertage, Geburtstage, die gemeinsam begangen werden. Die traditionsbewusste Frau liest viel und schreibt noch immer regelmäßig Briefe. Einen großen Wunsch will sie sich noch erfüllen: Einmal nach Kirgisistan reisen und die Seidenstraße sehen, sagt die Ärztin im Ruhestand. Von ihren Kindern hat sie stets Unterstützung erhalten und genießt es, eine gute und intakte Familie zu haben. „Alle sind sie etwas geworden und meistern ihr Leben, keines meiner Kinder war jemals arbeitslos“, unterstreicht Elisabeth Hochstein, die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit an anderen Menschen zu schätzen weiß. Sie selbst besitzt diese Eigenschaften.
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