MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gudrun und Georg Hoch

„Leben ist ewiger Unterricht in Ursache und Wirkung.“ (Ralph Waldo Emerson)

Gudrun und Georg Hoch

Querstr. 4
06773 Gräfenhainichen OT Schköna

Wenn sie aus ihrer Heimat nicht vertrieben worden wären hätten sie sich vermutlich nie kennengelernt, die Eheleute Gudrun (geb. 1940 im Sudetengau) und Georg (geb. 1937 in Breslau) Hoch. Indessen sind sie seit 1961 verheiratet, haben drei gemeinsame Kinder (Susanne, Kathleen, Christian), drei Enkelkinder und sind in ihrer Region längst fest verwurzelt. Georg Hoch setzte die in Breslau begonnen Schulausbildung in Kemberg fort, legte an der EOS Gräfenhainichen 1956 das Abitur ab. An der Martin-Luther-Universität Halle studierte er Jura, beendete dieses Studium 1960 als Diplomjurist. Als Justitiar wäre er nun gerne tätig geworden, doch die Studienlenkung entschied es anders und so fand er sich als junger Staatsanwalt und Assistent für 1 ½ Jahre in Gräfenhainichen wieder. Während dieser Zeit „....hat man wohl mal in meine Kaderakte geschaut und festgestellt, dass ich West-Verwandtschaft hatte....“, erzählt er und dass vermutlich daraufhin gegen seinen weiteren Verbleib bei der Staatsanwaltschaft entschieden wurde. Er wurde als Richter-Praktikant nach Zerbst und Gräfenhainichen versetzt, wo er 1962 zum Richter gewählt wurde. Als Gerichtsdirektor leitete er später das Kreisgericht Gräfenhainichen und ab 1971 das Kreisgericht Bitterfeld. Die politische Wende in der DDR führte zu umfassenden Überprüfungen auf Staatsnähe in den Einrichtungen und Institutionen der DDR. Der obligatorische „Gauck-Überprüfung“ wurden auch alle Mitarbeiter im Rechtssystem unterworfen. Beanstandet wurde bei Georg Hoch nichts und trotzdem erhielt er an einem Tag Juni 1991, früh 10 Uhr, einen Anruf: Er wurde einbestellt um seine Amtsgeschäfte an einen Richter aus den alten Bundesländer zu übergeben. „Da habe ich den Rechtsstaat zum ersten Mal kennengelernt. So ein Umgang mit den Menschen war mir bis dahin fremd“ berichtet er von diesem achtungslosen Verfahren. Auch wenn es ihn menschlich traf, unvorbereitet tat es das nicht. Er hatte sich bereits neu orientiert, agierte weiter als Rechtsanwalt (zwei Jahre Fernstudium / Weiterbildung Westdeutsches Recht) innerhalb einer Kanzlei weiter – bis zum 70. Lebensjahr. Seine Frau Gudrun Hoch wuchs bis 1956 in Jüdenberg (Kreis Gräfenhainichen), danach in Gräfenhainichen auf. An der dortigen EOS erlangte sie die mittlere Reife. Hier lernte sie auch ihren Mann kennen und lieben. Gärtnerin oder Krankenschwester wollte sie eigentlich werden, doch mit zierlicher Gestalt, empfahlen die Eltern den Beruf Kindergärtnerin. 1956–1958 durchlief sie eine entsprechende Fachschulausbildung in Halle, schloss als Staatlich geprüfte Kindergärtnerin ab. Von der Studienlenkung in den ehemaligen Bezirk Magdeburg vermittelt, kehrte sie zwei Jahre später nach Schköna zurück, arbeitete weiter im Beruf und wurde Leiterin des Kindergartens. Der Neubau eines Kindergartens ermöglichte 1964 neben der Tätigkeit in diesem auch den Einzug in die darin befindliche Wohnung. Die mit der Pestalozzi-Medaille in Bronze, Silber und Gold Ausgezeichnete wurde 1997 arbeitslos. Das passte zeitlich gut in die Familienplanung, denn 1998 begannen die Eheleute mit ihrem privaten Hausbau, bei dem auch Sohn Christian kräftig mit anpackte. Die Hochs sind stolz auf ihren Lebensweg und das Geschaffene. Ehrlichkeit ist für sie ein unumstößlicher Grundsatz und sich gesellschaftlich in diesem Sinne zu engagieren war viele Jahre selbstverständlich. Der mehrfach Ausgezeichnete und "Verdienter Jurist der DDR" Georg Hoch war lange Zeit Ratsmitglied, seine Frau Schöffin. „Nach der Wende hat man sich abgewöhnt engere Kontakte zu haben“, berichtet Georg Hoch. Das ist neben der beruflichen auch der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet. Der phantasievolle Umgang mit der Wahrheit, die Art der Manipulation, die nahezu durchweg vorkommende Verdrehung der DDR-Geschichte missfallen ihm. Dass dafür Menschen herangezogen werden, die sich dabei von Tätern zu Opfern profilieren, macht das Ganze sehr durchsichtig und zeugt zudem von der eigentlichen Zielstellung. Für einen Mann des Rechts ein billiges Mittel. Da lobt er sich „die Schwarze“ (seine Katze) die in ganz und gar katzenüblicher Aufrichtigkeit stets ehrlich deutlich macht was gerade ihr Begehr ist und den Hochs viel Freude bringt.
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