MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans Hinkel

Wenn die Post abgeht

Hans Hinkel

Postbetriebsfacharbeiter
Ingenieurökonom
Am Hang 34
01589 Riesa

Im Riesaer Ortsteil Neuweida kam er 1936 zur Welt. Hans Hinkel wuchs als Einzelkind auf, musste lange Jahre auf den Vater verzichten, denn dieser – 1941 zum Kriegsdienst eingezogen – kehrte erst 1949 aus französischer Gefangenschaft zurück. Die Schule im benachbarten Ortsteil Gröba besuchte der junge Hans von 1942 bis 1950. Die Lehre als Modelltischler musste er gesundheitsbedingt abbrechen, ging danach zur Deutschen Post, lernte in wenigen Jahren alle Bereiche des Betriebsdienstes kennen, eine Erfahrung, die die Grundlagen für ein ganzes Arbeitsleben im Postbereich legte. 1956 konnte er einen Abschluss als Postbetriebsfacharbeiter erreichen. 1957 ermöglichte ein Studium an der Fachschule der Post in Naumburg die Qualifikation für den mittleren Postbetriebsdienst. Als Mitarbeiter des Dienststellenleiters wurde er mit dessen Vertretung beauftragt, übernahm diese Funktion 1961 dann selbst. 1967 stieg er zum Abteilungsleiter Post- und Zeitungswesen auf, konnte durch ein Fernstudium von 1969 bis 1973 an der Leipziger Fachschule als Ingenieurökonom abschließen. Obwohl er trotz Drängens parteilos blieb, sicherte ihm sein fachliches Können den Abteilungsleiterposten bis zum Jahr 1989. Er kannte sich im Amt aus, garantierte, dass die DDR-typischen Erscheinungen der Mangelwirtschaft den Betrieb nicht stilllegten. Nach dem Übergang zur Bundespost blieb er als Sachbearbeiter dem Riesaer Postwesen erhalten, ging aber dann 1992 mit Altersübergangsregelung bald in Rente. Die ermöglichte ihm mehr Zeit für sein naheliegendes Hobby, der Beschäftigung mit der Geschichte seines Metiers. Schon zu DDR-Zeiten hatte er im Kulturbund dieses Interesse gepflegt, nun wurde er Mitglied des Vereins für sächsische Postgeschichte und Philatelie e. V. Dresden. Die monatlichen Veranstaltungen gehören bis heute zu seinem Programm. Dafür wurde er vor einigen Jahren mit der Ehrennadel in Bronze des Verbandes ausgezeichnet. Veröffentlichungen zum Verkehrs- und Nachrichtenwesen bestimmen ebenso wie historische Romane seine bevorzugte Lektüre. Seine Frau Hedwig (Heirat 1959), die als Buchhalterin bei der VEAB Riesa (Ankaufbetrieb für landwirtschaftliche Erzeugnisse) tätig war, ist bereits im Jahr 2003 verstorben. Die 1962 geborene Tochter Simone, der Enkelsohn bilden heute den Familienhintergrund. Lange Jahre erfreute sich Hans Hinkel am Bergwandern in den österreichischen Alpen.
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