MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Hoffmann
Das Leben selbst gemeistert
Altenpflegerin
99102 Klettbach
Helga Hoffmann wurde am 13.02.1952 im thüringischen Erfurt geboren. Nach achtjähriger Schulzeit absolvierte sie in eine Berufsausbildung mit zehnter Klasse als Industrieschneiderin bei der Firma KG Kirchberg. „Im Anschluss arbeitete ich zwei Jahre als Änderungsschneiderin und im Bekleidungshaus Erfurt-Nord der HO Industriewaren“, erzählt Helga Hoffmann, die von einem älteren Kollegen während dieser Zeit auch noch viel über das Handwerk der Maßschneiderei lernte. „Bis 1979 war ich dann in einer Kinderkrippe angestellt. Ich hatte bereits zwei Töchter und musste durch die Behinderung der Erstgeborenen einem umfangreichen Therapieplan folgend, verkürzt arbeiten“, schildert sie ihren weiteren Lebensweg. „Ich fing als Helferin an und qualifizierte mich nebenbei an der Medizinischen Fachschule Erfurt zur ausgebildeten Krippenerzieherin.“ Anschließend wollte Helga Hoffmann beruflich einmal etwas ganz anderes machen und war bis zur Wende in einer Erfurter Zweigstelle der Fachbibliothek des Optima Büromaschinenwerkes Sömmerda und nach der Übernahme im Robotron Dresden als Sachbearbeiterin tätig. „Diese Arbeit hat mir wirklich viel Spaß gemacht“, resümiert Helga, die dennoch an der Abendschule der Caritas noch eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolvierte. „Ich wollte mich auf diesem Gebiet weiterbilden, da ich pflegebedürftige Familienangehörige und meine behinderte Tochter somit besser unterstützen konnte“, erklärt sie ihre Motivation. 1990 wurde die Fachbibliothek geschlossen. „Wir bekamen allerdings das Angebot einer einjährigen Umschulung auf der Ebene einer Sekretärin, was ich sehr gern annahm“, erinnert sich Helga Hoffmann an diese Zeit. Im Anschluss arbeitete sie bis 1997 als Pflegekraft im Wohnheim des Christophoruswerkes für psychisch erkrankte Menschen in Erfurt und zertifizierte sich regelmäßig weiter. „Danach bin ich vom Schichtsystem auf den Tagesdienst im Förderbereich für geistig Schwerbehinderte gewechselt, da ich zu Hause noch meine rheuma- und demenzkranke Mutter bis zu deren Tode 1998 gepflegt habe“, erzählt sie. Auch ihre christliche Erziehung, die sie sowohl in kirchlichem Engagement und langjähriger Chormitgliedschaft auslebte, stärkten sie in dieser arbeitsintensiven Lebensphase. 2015 ging Helga Hoffmann in Pension, die sie nun am liebsten zusammen mit ihrem Lebensgefährten Klaus Meuschke, einem gelernten Dachdecker und Hobbymusiker, verbringt, welcher ebenfalls zwei Kinder aus einer früheren Beziehung hat. Insgesamt zählen bei ihm und seiner Partnerin Helga Hoffmann mittlerweile fünf Enkel zur Patchworkfamilie, die sich regelmäßig zu feierlichen Anlässen trifft. Für die Zukunft wünscht sich das Paar eine stabile Gesundheit, um das Leben in der thüringischen Heimat und bei spontanen Reisen noch viele Jahre gemeinsam genießen zu können.