MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Reiner und Hannelore Hinneburg
Segeltourn durchs Leben im Team mit seiner Frau
Rosa-Luxemburg-Str. 16
06774 Muldenstein
Reiner Hinneburg, 1937 geboren, hatte in der Kindheit die Entbehrungen des Krieges kennen gelernt und wäre „schon alleine wegen der Esserei“ gerne Fleischer geworden. Gelernt hat er jedoch schließlich im VEB Wittol Wittenberg den Beruf des Chemiefacharbeiters und im Anschluss auch ein Jahr als solcher in der Produktion gearbeitet. Doch mit Chemie hat die Produktion von Schuhcreme wenig zu tun und so wechselte er an das Technikum Leuna, das sich mit der Herstellung synthetischer Seifen beschäftigte. Als Facharbeiter mit Berufserfahrung hatte er die Möglichkeit ein Direktstudium zum Lehrmeister zu absolvieren, was er 1957–1959 tat und hierbei berufliche mit privater Entwicklung verband: Er lernte seine Frau Hannelore kennen. Das Hochzeitsjahr 1961 war auch das Jahr, in dem Tochter Britt (Ärztin) geboren wurde, die indessen für zwei Enkel gesorgt hat. In den zum Studium delegierenden Betrieb kehrte er, auf Grund der geplanten gemeinsamen Zukunft mit seiner späteren Frau nicht mehr zurück, sondern wechselte zum Chemiekombinat Bitterfeld. Ebenso wie seine Frau in der Filmfabrik Wolfen, betreute er von nun an Jugendliche in der Ausbildung. Die damals entstandene Ausbildungsschiene „Berufsausbildung mit Abitur“ begleiteten die Hinneburgs mit und erlebten, wie sehr sich die Verknüpfung von theoretischer Ausbildung mit Sammlung von praktischen Erfahrungen bewährte. Während seiner Tätigkeit als Lehrmeister qualifizierte sich Reiner Hinneburg in einem vierjährigen Abendstudium zum Chemie-Ingenieur weiter und wechselte danach für 20 Jahre in die Produktion mit Abschnittsleiteraufgaben (weiteres Studium zum Dipl.-Chemiker), bis er 1988 als Bürgermeister in die Kommunalpolitik ging. „Ich war der Wende-Bürgermeister...“erzählt er und dass er das Vertrauen der Menschen gewonnen hatte, als es ihm gelang Menschen des Ortes zu gewinnen, zu begeistern und anzuleiten, um einem jahrelangen Straßenproblem im Ort abzuhelfen. Mit der Neuwahl im Mai 1990 wurde er abgewählt, denn es wurde SPD gewählt und entsprechend ein Mitglied dieser Partei als Bürgermeister eingesetzt. Politisch setzte Reiner Hinneburg seine Arbeit vier weitere Jahre als Abgeordneter fort. Beruflich folgte nach kurzer Arbeitslosigkeit die Tätigkeit als Technischer Rechnungsprüfer. Er betrat damit ein ihm völlig fremdes Terrain, lernte viel und fand große Freude an der neuen Herausforderung bis zum Eintritt über die Altersteilzeit in die Rente im Jahr 2002. Seine Frau war bereits seit dem Jahr 2000 zu Hause. Bis 1968 war sie zuvor in der Berufsausbildung tätig, absolvierte dann ein dreijähriges Frauensonderstudium mit Abschluss als Ing. Ökonom und war im Anschluss bis 1985 im Rahmen einer Obermeisterstelle für die Anleitung und Organisation der Lehrmeister zuständig. Das Angebot als Abteilungsleiter Personalwesen in der Fachdirektion Kader und Bildung tätig zu werden nahm sie an, erlebte in dieser Funktion die Wende. Was bis dahin, z. B. mit der Arbeit in der Rehabilitationskommission, als bewegende Aufgabe von ihr wahrgenommen wurde, änderte sich nun. Stellenabbau war zu realisieren, Querelen mit dem Betriebsrat an der Tagesordnung. 1993 wurde Hannelore Hinneburg schließlich selbst entlassen, war noch drei Jahre nach § 249 h Arbeitsförderungsgesetz beschäftigt. Langeweile kannte sie auch im Anschluss nie. Als Familienmanagerin, Hunde-Frauchen, Dauercamperin war sie gut ausgelastet. Reiner Hinneburg kombiniert heute seine Leidenschaft zum Wassersport mit den Fähigkeiten als Ausbilder. Als leidenschaftlicher Segler und Präsident des Freizeit- und Segelclubs Bernsteinsee führt er seit ca. 10 Jahren die Sportbootführerschein-Ausbildung im Binnen- und im See-Bereich durch.